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 Denali – Bergsport in einer Welt aus Schnee und Eis
Outdoor | 01.03.2016

Seven Summits: Denali

Denali – Bergsport in einer Welt aus Schnee und Eis

. „Der Große“ – die eisige Welt des Denali in Alaska (Quelle: Thinkstock)
„Der Große“ – die eisige Welt des Denali in Alaska
Bild: Thinkstock
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Der Denali ist ein Berg der Extreme, auch was seine Höhe betrifft. Kein anderer Gipfel ragt so schroff aus seiner Umgebung empor. Mit 6.194 Metern ist der Denali der höchste Berg Nordamerikas – und zählt damit zu den „Seven Summits“, den sieben höchsten Erhebungen der sieben Kontinente. Viele sehen in ihm den schönsten Berg der Erde.


Den meisten Europäern wird der Denali im US-Bundesstaat Alaska noch unter dem Namen Mount McKinley bekannt sein, denn den Namen des ehemaligen US-Präsidenten trug er fast 100 Jahre. Erst 2015 entschloss sich die US-Regierung zur Umbenennung, um so den indianischen Ureinwohnern und ihren Traditionen Respekt zu erweisen. Denali bedeutet in der Sprache der Indianer „der Große“, was durchaus passend erscheint.

Denali – Bergsteigen am kältesten Gipfel der Erde

Den Denali zu besteigen, das heißt den Extremen der Natur zu trotzen. Eine Besteigung im Winter gilt als verrückt, denn zur Kälte kommt zu dieser Jahreszeit noch die Dunkelheit. Auch die Gipfeltour in den Sommermonaten gleicht einem ständigen Kampf. Die eisigen Winde erreichen Geschwindigkeiten weit über 100 km/h, es wurden bereits Temperaturen jenseits von -70 Grad gemessen. In Verbindung mit der dünnen Luft in einer Höhe jenseits von 6.000 Metern wird jede Besteigung zu einem Wagnis. Und genau das ist es, was Extrembergsteiger aus aller Welt nach Alaska lockt. Die technischen Schwierigkeiten halten sich im Vergleich zu den klimatischen in engen Grenzen, vor allem wenn man über die gängige West Buttress Route aufsteigt.

Die Erstbesteigung des Denali gelang am 7.Juni 1913, beteiligt waren der britische Forscher Hudson Stuck, die Indianer Walter Harper und Robert Tantum sowie Peter Karstens aus Alaska. Alle Versuche zuvor waren gescheitert.


Bergsteigen in der Kälte Alasakas

Wer eine Besteigung des Denali plant – verschiedene Tourenanbieter bieten die Möglichkeit – sollte rund drei Wochen ab/bis Europa dafür einplanen. In das Basislager auf dem Kahiltna Gletscher in rund 2.200 Meter Höhe geht es per Kleinflugzeug. Schon am Folgetag beginnt der Aufstieg mit dem Zugschlitten zum 1. Camp. Der nächste Tag dient dazu, einen Teil der Ausrüstung in das 1.000 Meter höher gelegene 2. Camp zu transportieren, um dann wieder in Camp 1 abzusteigen und einen weiteren Tag später den Rest der Ausrüstung nachzuholen. Nach einem Ruhetag wird im selben Modus weiter verfahren und ein Ausrüstungsdepot in rund 4.000 Höhenmetern errichtet. Die Übernachtung erfolgt erneut in Camp 2. Am Folgetag erreicht man Camp 3, in dem es zur Akklimatisierung einen weiteren Ruhetag gibt. Das Prozedere wiederholt sich erneut, bis man schließlich am 10. Tag des Aufstiegs das „High Camp“ in 5.250 Metern erreicht, immer vorausgesetzt, das Wetter zwingt nicht zur Umkehr. Am Gipfeltag sind weitere knapp 1.000 Höhenmeter zu überwinden, wobei nach dem Denali Pass das sogenannte „Footballfield“ überquert werden muss. Nach dem Vorgipfel, dem Kahiltna Horn, geht es schließlich über einen Schneegrat zum Gipfel. Bei gutem Wetter, das leider auch für sehr kalte Verhältnisse sorgt, öffnet sich hier ein Rundumblick auf die Gletscher- und Schneelandschaft Alaskas. Zwei weitere Tage nimmt der Abstieg in Anspruch.

Denali Nationalpark

Genug Zeit vorausgesetzt, sollte das Bergsteigen mit einem Besuch des Denali Nationalparks verbunden werden. In der fast 25.000 Quadratkilometer großen Wildnis kann man zu mehrtägigen Touren aufbrechen, die Übernachtung in freier Natur ist kostenlos. Wer dies plant, sollte sich jedoch unbedingt beim Park-Ranger im Besucherzentrum anmelden. Die Landschaft ist je nach Höhenlage geprägt von Mischwäldern oder Gräsern und Gletschern. Neben Bären und Elchen können auch Karibus und Wölfe beobachtet werden. Die Sommermonate bieten den Vorteil, dass es dank der Nähe zum Polarkreis nicht dunkel wird beziehungsweise die Tage sehr lang sind. Auch im Sommer sollte man sich jedoch auf kalte Temperaturen einrichten, die durchaus unter den Gefrierpunkt fallen können.  

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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