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 Erst fürs Workout, dann stylisch: Upcycling mit Sportgeräten
Nachhaltigkeit | 27.02.2016

Upcycling für Sportartikel

Erst fürs Workout, dann stylisch: Upcycling mit Sportgeräten

. Upcycling: Ein Sportgerät mit Geschichte – und mit Zukunft. (Quelle: Thinkstock)
Upcycling: Ein Sportgerät mit Geschichte – und mit Zukunft.
Bild: Thinkstock
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Was im Fitnessstudio oder der Sporthalle ausgedient hat, muss noch lange nicht auf den Müll. In alten Sprungböcken und Pauschenpferden schlummern ungeahnte Potenzen, so wie in abgelegten Fahrrädern, Surfbrettern und Skateboards auch. Nur Mut, beim Upcycling sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.


Ein neues Bike wäre toll, aber gehört die alte Mühle deshalb auf den Schrott? Was wird eigentlich aus den lederbezogenen Sprunggeräten, die lange Jahre im Sportunterricht für Angst und Schrecken oder neidisch bestaunte Erfolge gesorgt haben? Und das demolierte Skateboard, steht nur in der Ecke rum?

Der von Umweltpolitik wie Designern gefeierte Trend des Upcyclings sorgt dafür, dass Teile, die bisher oft kommentarlos in die Tonne gewandert sind, die Chance auf ein neues Leben bekommen. Hier sind eingie Beispiele für gelungene Reinkarnationen abgeschriebener Sportartikel:

Do-it-yourself-Kronleuchter

Für die Neubelebung des alten Bikes ist keine Designer-Ausbildung nötig. Fantasie und Hingabe vorausgesetzt, kann jeder aktiv werden. Vorder- und Hinterrad – ohne die Gummireifen – eignen sich nämlich ideal als Kronleuchter der besonderen Art. Mit einem passenden Anstrich sorgt die Felge für den abgefahrener Hingucker an der Zimmerdecke. Romantisch wird es, wenn Teelichtgläser auf dem Rad dekoriert werden. Durch die Nabe könnte aber auch eine elektrische Zuleitung montiert werden.

Noch perfekter wird das Kronleuchter-Feeling, wenn man Glaselemente an die Speichen hängt. Mit Hilfe von Silberdraht könnten hier auch Teelichtgläser baumeln, das erleichtert dank der tieferen Lage zugleich das Anzünden. Und, speziell für die Weihnachtszeit, vielleicht gibt es ja beim nächsten Mal einen Fahrrad-Adventskranz?

In der Küche könnte eine Fahrrad-Felge – vielleicht in der kleineren Version vom Kinderrad – auch zum dekorativen Aufbewahrungsort so mancher Kochutensilien werden. Schöpfkelle, Sieb und Topfkratzer - mit kleinen Fleischerhaken lässt sich daran so einiges innovativ unterbringen.

Taschen mit Flair

Als originelle Tasche erlebt das Leder alter „Böcke“ und „Pferde“ seine Wiedergeburt. Kein Exemplar ist wie das andere, und das Leder könnte wohl so manche sportliche Geschichte erzählen.


Das Dortmunder Unternehmen „elkedag“ – was so viel wie „täglich“ bedeutet – stellt originelle Shopper her. Eine langlebige Upcycling-Idee, bei der es den Produzenten nach eigener Aussage darum geht, die Welt mit ihren selbstgefertigten, schlichten und robusten Taschen schöner zu machen. Übrigens werden auch handgefertigte Exemplare aus Turnmatten angeboten – eventuell eine reizvolle Alternative für die strengen Veganer unter der wachsenden Zahl der Upcycling-Fans.

Erst unter den Füßen – jetzt schmückendes Accessoire

Wenn Skater auch Bastler sind, dauert es nicht lange, bis ausgemusterte Boards ein neues Leben eingehaucht bekommen. So etwa verlief die Story von „HILA Skateboard Upcycling“ aus Berlin. Zwei Skaterinnen haben die Firma am heimischen Wohnzimmertisch ins Leben gerufen. Was einst mit Flips und Grinds in den Straßen unterwegs war, wird unter ihren geschickten Händen zu Kettenhängern und Ohrringen, Armbändern oder Klemmbrettern. Auch hier gleicht kein Teil dem anderen.

An kreativen Upcycling-Ideen herrschte bei „HILA Skateboard Upcycling“ übrigens nach wie vor kein Mangel, aber die abgelegten Boards aus eigenen Beständen waren irgendwann alle zersägt und beschliffen. So freut man sich inzwischen über alle zerbrochenen und abgerockten Boards, die im Laden vorbeigebracht werden. Der Spender erhält zum Dank einen Schlüsselanhänger – und kann sich mit aussuchen, was aus seinem Brett entstehen soll.

Turnmöbel

Alte Turngeräte mit wenigen Veränderungen wohnzimmertauglich machen – ein Trend, der ankommt und polarisiert. Andreas Gröbel und seine Firma „Zur schönen Linde“ verwandeln altes Sporthallen-Inventar in teure Designermöbel der speziellen Art. So werden die Beine des Pauschenpferds gekürzt, der Barren wird zur Bar, der Kasten zur Kommode. Alles wird alltagsgerecht, bleibt aber einzigartig. Auch der Schöpfer sieht seine Umwandlungen als „Kontrastmöbel“. Diesen Turnhallenstil muss man mögen, der Wiedererkennungswert ist groß – nur wer angesichts der Teile automatisch den typischen „Turnfuß-Geruch“ in der Nase hat, wird die Finger davon lassen.

Neben Gröbel bietet etwa auch Bernd Dörr unter dem einprägsamen Namen „Zirkeltraining“ eine Kollektion von Upcycling-Turnmöbeln an. Wer danach sucht, wird im Netz fündig.

Couchtisch mit Wellen-Feeling

Wer einen Couchtisch mit Alltäglichkeit und Langeweile assoziiert, liegt hier voll daneben. Das kleine Unternehmen „Just different“ hatte die Idee, den Duft von Wind und Wellen vor das gemütliche Sofa zu bringen. Ihr origineller Upcycling-Couchtisch hat ein Surfbrett als Platte, als Untergestell dient ein alter, quergelegter Stuhl. In diesem Ambiente bekommen Chips und Nüsschen automatisch einen exotischen Geschmack. Wer will da noch ausgehen: „Das ist die perfekte Welle, das ist der perfekte Tag …“

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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