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 Natürliches Doping: Musik zum Joggen
Running | 24.02.2016

So wirkt Musik beim Sport auf uns

Natürliches Doping: Musik zum Joggen

. Musik – zur Unterhaltung und für einen optimalen Trainingseffekt (Quelle: Thinkstock )
Musik – zur Unterhaltung und für einen optimalen Trainingseffekt
Bild: Thinkstock
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Ohne den richtigen Sound fühlen sich viele Fitness-Sportler beim Laufen weniger leistungsfähig. Nicht ohne Grund: Denn tatsächlich können sich die richtigen Klänge und Melodien positiv auf Motivation und Leistung auswirken.


Joggen ohne Musik? Für viele Fitness-Sportler kommt das nicht in Frage. Ob hochintensiver zehn Kilometer-Lauf oder eine entspannte Runde um den Block - ohne MP3-Player und die passenden Beats im Ohr bleiben Laufschuhe, Trainingshose und Co. immer häufiger unbenutzt. Es scheint einfach leichter zu sein, sich zu den Klängen der eigenen Lieblingsmusik so richtig zu verausgaben. Und dieses Gefühl trügt nicht. Studien belegen, dass sich passende Musik vor, beim und nach dem Joggen positiv auf unsere Leistung auswirken kann.

Musik - schon vor dem Lauf

Viele kennen das: Das Workout steht kurz bevor und man fühlt sich schlapp und träge. Das liegt vor allem an der sogenannten Vagotonie, bei der unser Körper vom vegetativen Nervensystem in eine Art Ruhezustand versetzt wird. Puls und Blutdruck sind heruntergefahren und der Körper ist anderweitig beschäftigt, meist mit der Verdauung und regenerativen Prozessen. Durch Musik wird unser System nun neu angeregt. Wir sind damit mental und physisch eher bereit, das anstehende Training aufzunehmen. Das bestätigt auch eine Studie mehrerer Sportwissenschaftler, unter anderem von Marcelo Bigliassi von der Brunel University in London, die 2015 im „Journal of Strength and Conditioning Research“ veröffentlicht wurde. Musik vor dem Training bedeutet demnach einen messbaren Zuwachs an Leistungsfähigkeit.

Auswirkung während des Trainings: Musik zum Joggen

Auch während des Workouts sorgen die passenden Beats für eine erhöhte Leistungsbereitschaft und -fähigkeit. Dabei ist allerdings bemerkenswert, so die genannte Studie, die sich den 5km-Lauf als Beispiel nimmt, dass die Musik offenbar nur zu Beginn einen messbaren Effekt auf unsere Leistung besitzt. Beim Hören unserer Lieblingslieder assoziiert das Gehirn zunächst positive Empfindungen oder Erinnerungen, unsere Stimmung hebt sich deutlich. Dank dieser Endorphin-Ausschüttung erhöht sich auch die Schmerztoleranz, so dass wir Anstrengungen weniger intensiv wahrnehmen. Die anfängliche Euphorie weicht im Laufe des Trainings jedoch den dominanteren körperlichen Symptomen. Nehmen Belastung und Intensität nämlich deutlich zu, legt unser Körper den Fokus wieder stärker auf die Erschöpfungssignale und der Einfluss der Musik nimmt ab.


Musik zum Joggen - am besten im richtigen Takt

Eine Rolle spielt auch die Auswahl der Musik und deren Rhythmus. So ergab eine Studie der „California State University“ in Fullerton aus dem Jahr 2012, dass der Leistungszuwachs bei den Probanden deutlich höher war, wenn sie die Musik selbst auswählen konnten. Bei einer Vergleichsgruppe, die zu vorgegebenen Lieder trainieren musste, konnte keine statistisch bedeutsame Veränderung im Leistungsvermögen festgestellt werden.

Von Vorteil für die jeweilige Trainingseinheit ist, wenn wir Musik konsumieren, der richtige Rhythmus. Sind Takt und Schrittabfolge synchron, verbessern sich unsere motorischen Bewegungsmuster und die Leistungsfähigkeit steigt an. Doch Vorsicht: Vor allem Neueinsteiger sind häufig motivierter, als es für ihre Gesundheit gut ist. Bei unzureichender Fitness läuft man mit dem Musikgenuss also schnell Gefahr, sich zu überanstrengen. Die regelmäßige Kontrolle von Atem und Puls kann Abhilfe schaffen. 

Musik - Die richtigen Beats zum Runterkommen

Nutzen lässt sich der Einfluss der Rhythmen auch nach dem Fitness-Training. Was zu Beginn einen erregenden Effekt auf das vegetative Nervensystem hatte, soll nun allerdings beruhigend wirken. Um dies zu erreichen, sind ruhige Melodien angesagt. Mit ihrer Hilfe können Puls und Atmung wesentlich schneller wieder in ihren Ausgangszustand zurückkehren, was sich auch positiv auf die Regenerationsprozesse und damit auch auf unsere Gesundheit auswirkt.

Natürlich spielt bei der Wirkung von Musik der persönliche Geschmack immer eine Rolle. Manchen Techno-Fan regen softe Songs eher auf, werden also kaum den gewünschten Effekt erzielen. Das individuelle Gefühl für die passenden Klänge trügt uns kaum. Nur ausprobieren sollte man es, den die passende Musik lohnt im Sinne unseres Wohlgefühls und des Trainingseffekts.  

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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