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 Auf den Aconcagua, den höchsten Gipfel Amerikas
Outdoor | 24.02.2016

Seven Summits: Aconcagua

Auf den Aconcagua, den höchsten Gipfel Amerikas

. Aconcagua, der lange Aufstieg auf den Gipfel der Anden (Quelle: Thinkstock )
Aconcagua, der lange Aufstieg auf den Gipfel der Anden
Bild: Thinkstock
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Gemessen an seiner Höhe ist er die Nr.2 unter den Seven Summits: der Aconcagua, 6.962 Meter hoch und damit die höchste Erhebung jenseits von Asien. Wer auf seinen Gipfel will, braucht Zeit zur Akklimatisierung. Pickel und Seile können dagegen zuhause bleiben.


Bergsteiger nennen den Aufstieg auf den Aconcagua „leicht“ und gemessen an den Bewertungsskalen zur Schwierigkeit ist er das wohl auch. Dennoch: Die Besteigung hat ihre Tücken, was zuallererst mit der enormen Höhe des Anden-Riesen zusammenhängt. Wo am Aconcagua das Basislager steht, hätte man am Mont Blanc fast schon den Gipfel erreicht. So spielt die Akklimatisierung eine enorme Rolle und sollte strikt nach Plan erfolgen. Neben mehreren Höhenübernachtungen sind dabei im Vorfeld auch Trekkingausflüge auf die umliegenden Berge sinnvoll, die allesamt jenseits der 4.000er-Marke enden.

Bergsteigen: Aconcagua in den Anden

Die meisten Besucher des Aconcagua kommen, was wenig verwunderlich ist, aus dem eigenen Land, also aus Argentinien, gefolgt von Berg-Touristen aus den USA. Schon auf Rang drei weist die Statistik 2012/13 jedoch die Deutschen aus, die Schweizer rangieren auf Rang acht. Zwischen 5.500 und 7.000 Besucher waren es zuletzt pro Jahr, von denen mehr als jeder Zweite den Gipfel als Ziel hatte. Von denen, die sich auf den Weg machen, kommt wiederum nur jeder Vierte ganz oben an, alle anderen müssen umkehren. Neben der dünnen Luft, mit der stetig lauernden Gefahr der Höhenkrankheit, ist daran vor allem das schnell wechselnde Wetter schuld. Bei eiskalten Winden, Schnee und Eis ist die angeblich leichte Trekkingtour schnell eine übermächtige Herausforderung, die zur Umkehr zwingt und auch immer wieder Opfer fordert.

Bergsteigen über die Normalroute

Die Normalroute führt im Nordwesten auf den Berg, wobei zwei oder drei Höhenlager eingeplant werden. Am ersten Tag geht es moderat bergan (400 Höhenmeter), einen Flusslauf entlang zum ersten Zeltlager. Rund vier Stunden sind dafür zu veranschlagen, bevor am Folgetag, in einer gut siebenstündigen Tour mit teils steilen Passagen und ausgedehnten Geröllfeldern, das Basislager „Plaza de Mulas“ erreicht wird. Hier stehen noch einmal diverse Serviceangebote zur Verfügung, von Duschen und Verkaufsständen bis hin zum Internetzugang und der Möglichkeit zur medizinischen Versorgung.


Der Folgetag ist anstrengend und führt die Bergsteiger über mehrere Diagonalen oft im Zickzack auf eine Höhe jenseits von 5.000 Metern. Viele Möglichkeiten zur Übernachtung gibt es nicht, die erste wird mit dem sogenannten „Cambio de Pendiente“ in rund 5.300 Metern Höhe erreicht. Am nächsten Tag wird eine kürzere Strecke zum Lagerplatz in knapp 6.000 Metern geplant, um die Gefahr der Höhenkrankheit zu minimieren. Ohnehin nimmt das Tempo in dieser ungewohnten Höhe ab. Die meisten Bergwanderer nutzen zudem die Möglichkeit zur Rast am „Balcon Amarillo“. Die Felsformation wird bei etwa 5.800 Höhenmetern erreicht.

Tag drei hält das Gipfelerlebnis bereit, die entsprechende Kondition beim Bergsteigen vorausgesetzt. Als äußerst zermürbend gilt der lange Weg am Gran Acarreo, über den garstige Stürme toben, die Eis und Schnee mitbringen. Nach dem Weg über die Schneefelder mit ihrer moderaten Steigung wird es steiler und steiler, es geht vorbei an der Felswand „La Cueva“ bis schließlich, nun schon in einer Höhe von 6.800 Metern, der Gipfel in Sicht kommt. Um ihn zu erreichen, braucht es eine weitere Stunde, wobei das Atmen und damit auch das Gehen schwerfallen. Zum Lohn gibt es bei gutem Wetter einen atemberaubenden Rundumblick über die Berg- und Gletscherwelt.

Der erste Mensch, der diesen Ausblick genießen konnte, war der Schweizer Bergführer Matthias Zurbriggen, der den Gipfel am 14. Januar 1897 erreichte. Auch er wählte die Route, die heute beim Bergsteigen auf den Aconcagua als Normalroute gilt.

Bergsteigen am Aconcagua – Reisezeit und Kosten

Die beste Zeit, um den Aconcagua in Angriff zu nehmen, ist der europäische Winter – zwischen November und März. In dieser Zeit ist mit Gipfeltemperaturen um die -25 Grad Celsius zu rechnen, wobei die gefühlte Temperatur weit niedriger liegen kann. Mehrere Veranstalter bieten zu festen Terminen Gipfel-Touren an, meist zu Preisen ab 2.800 Euro. Wenn Sie in der Gruppe zum Bergsteigen anreisen, sind auch individuelle Vereinbarungen möglich. Die notwendige Genehmigung zur Besteigung wird vor Ort im Provinzpark erworben und persönlich entgegengenommen. Die Kosten belaufen sich in der Hochsaison von Mitte Dezember bis Ende Januar auf 800 US-Dollar für die Normalroute.
 

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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