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 Tourenskier trifft Snowboard - Die Geschichte des Splitboards
Action-Sports | 19.02.2016

Entstehungsgeschichte des Splitboards

Tourenskier trifft Snowboard - Die Geschichte des Splitboards

. Weltweiter Trend nach schwieriger Entwicklung: das Splitboard (Quelle: Thinkstock)
Weltweiter Trend nach schwieriger Entwicklung: das Splitboard
Bild: Thinkstock
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Wäre es nicht praktisch, Snowboard UND Tourenskier auf der Wintersport-Tour dabei zu haben? So ließe sich der Aufstieg in eine aussichtsreiche Skitour verwandeln und bei der Abfahrt gäbe es pure Snowboard-Action? Geht nicht, gibt’s nicht – denn mit dem Splitboard wird es möglich.


Touren-Skier und Snowboard in einem? Wie soll das denn funktionieren, werden sich jetzt viele fragen: Aber es geht – mit dem trendigen Splitboard. Auf den ersten Blick handelt es sich dabei um ein ganz gewöhnliches Snowboard. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass das Board eigentlich aus zwei Teilen besteht. Eine schmale Schnittstelle verläuft der Länge nach durch das Brett und lässt so die multiple Einsatzfähigkeit des Wintersport-Geräts bereits erahnen. Denn das Splitboard lässt sich mit ein paar einfachen Handgriffen zerteilen und schon hat man zwei voll funktionstüchtige Skier parat.

Snowboard + Tourenski = Splitboard

Was das für Freunde des Winter-Actionsports an Vorteilen mit sich bringt, lässt sich erahnen: Snowboarder, die für gewöhnlich mit dem sperrigen Board unterm Arm keine allzu große Freude am Aufstieg haben, können den Gipfel nun ganz bequem mit den Touren-Skiern erklimmen. Oben angekommen werden die Skier wieder in ein Snow- bzw. Splitboard verwandelt und die Abfahrt kann kommen. Für routinierte Ski-Tourengänger birgt das Splitboard auf der anderen Seite die Möglichkeit, ohne großen Aufwand etwas Abwechslung in den Abstieg zu bringen und sich einmal auf dem Snowboard zu versuchen.

Herkunft und Entstehung

Doch wie hat sich diese Hybridform des Action Sports eigentlich entwickelt? Bereits in den späten 1980er Jahren wurden in Deutschland, genauer gesagt in Bayern, erste Versuche unternommen, Snowboard und Skier miteinander zu kombinieren. Nachdem einige dieser frühen Splitboards in Serie gegangen waren, wurde die Produktion jedoch recht schnell wieder eingestellt. Die Ursache dafür war in erster Linie die noch unausgereifte Technik. Insbesondere die Entwicklung eines robusten und leicht bedienbaren Verbindungsmechanismus stellte sich als echte Herausforderung dar. Bodenwellen, Sprünge und teilweise extrem hohe Geschwindigkeiten - sowohl bei der Technik, als auch bei der Auswahl des Materials war hohe Qualität gefragt, um gefährliche Stürze zu verhindern. Erst Mitte der 1990er Jahre gelang es US-amerikanischen Tüftlern einen funktionstüchtigen Verbindungsmechanismus zu entwickeln, der den intensiven Belastungen einer schnellen Abfahrt gewachsen war. Jetzt ging das Splitboard ging erfolgreich in Produktion.


Ein Trend - eine Marke

Die US-amerikanische Wintersportmarke „Voilé“ entwickelte sich in den folgenden Jahren zum bekanntesten Splitboard-Hersteller am Markt und machte die bisher unbekannte Action Sports-Variante auch in Europa bekannt. Im Jahr 2002 präsentierte „Voilé“ das Splitboard erstmals auf der weltgrößten Sportartikelmesse ISPO in München. In den folgenden Jahren konnte durch Veranstaltungen wie dem Splitboard-Festival und der Mountain-Expo der Bekanntheitsgrad des neuen Wintersport-Trends weiter gesteigert werden. Jährliche Test-Events ließen die Splitboard-Popularität in Europa weiter zunehmen. Wurden Handling und Fahreigenschaften der Splitboards bis dahin noch von zahlreichen Wintersportlern mit Skepsis betrachtet, konnten die öffentlichen Demonstration der neuen, leistungsfähigeren Modelle viele Boarder und Skifahrer überzeugen.
Im Jahr 2007 wurde der europäische Ableger „Voilé Europe“ schließlich in „Splitboards Europe“ umfirmiert, was die Bedeutung des Boards für das Unternehmen unterstreicht. Inzwischen hat man die Marktführerschaft in Europa inne.

Das Splitboard hat sich inzwischen zu einem weltweiten Trend entwickelt. Wintersportler nutzen das innovative Sportgerät, um ausgedehnte Skitouren mit actionreichem Abfahrts-Spaß zu kombinieren. Während das zweiteilige Splitboard Erfolge feiert, konnten sich die drei- oder vierteiligen Versionen nicht durchsetzen. Von den mehrteiligen Versionen hatte man sich vor allem Vorteile beim Transport versprochen.
 

 

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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