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 Sicher durchs Gebirge - Wie man eine Skitour plant
Wintersport | 15.02.2016

Skitouren für Einsteiger - so funktioniert die Tourenplanung

Sicher durchs Gebirge - Wie man eine Skitour plant

.  (Quelle: Thinkstock)
Für Körper und Seele: Gemeinsame Skitouren durch die verschneite Bergwelt
Bild: Thinkstock
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Wer den Wintersport in seiner reinsten Form erleben will, sollte mindestens einmal auf Skitour gegangen sein. Doch damit aus dem alpinen Abenteuer kein Alptraum wird, gilt es einige Dinge zu beachten.


Azurblauer Himmel, schwindelerregende Berggipfel und einladende Powderhänge - für Freunde des alpinen Wintersports gibt es kaum etwas Schöneres, als bei strahlendem Sonnenschein mit guten Freunden auf Skitour zu gehen und die verschneite Bergwelt zu erobern. Hier, fernab der Hektik des Alltags, kann man endlich die Seele baumeln lassen und die majestätische Pracht der Natur genießen. Damit der vergnügliche Winterausflug nicht zum ausgemachten Horrortrip wird, sollte jedoch nicht planlos losgestapft werden. Wie bei allen Bergsport-Arten ist auch bei einer Skitour im Vorfeld einiges an Planung erforderlich. So wird's gemacht: Die Tourenvorbereitung für Einsteiger.

Das richtige Bergsport-Knowhow

Der erste Schritt für angehende Tourengänger lautet: Informationen zusammentragen und sich das nötige Basiswissen aneignen. Zu wissen, welche potentiellen Gefahren existieren und wie man sie am besten vermeidet, ist bereits die halbe Miete. Dabei gilt es, sich nicht nur mit der eigenen Ausrüstung, d.h. Skiern, Kleidung, Proviant und Notfall-Zubehör vertraut zu machen, sondern sich auch Kenntnisse über Gelände, Wetterbedingungen und das Sozialverhalten in der Gruppe anzueignen. Ganz nebenbei wächst über die Auseinandersetzung mit der geplanten Tour auch die Vorfreude auf das anstehende Ereignis.

Ebenfalls stark zu empfehlen: Ein Erste-Hilfe-Kurs im Alpenverein, bei dem der Umgang mit Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS-Gerät), Schneeschaufel und Sonde trainiert wird. In einer Notsituation kann dies Leben retten, schon weil Panikreaktionen damit vermieden werden.

Wetter und Witterung

Extremer Schneefall, Lawinen oder heftige Windböen - die klimatischen Verhältnisse spielen beim Winter- und Bergsport eine tragende Rolle. Um die Wetterlage richtig einzuschätzen, reicht der abendliche Wetterbericht nicht aus. Auf Websites wie der des Deutschen Alpenvereins lassen sich umfassende Infos zur aktuellen Wetterprognose für ausgewählte Regionen einholen. Besonders wichtig: den Lawinenbericht checken.


Die passende Skitour

Das passende Skigebiet ist gewählt und auch die Witterungsverhältnisse scheinen in der geplanten Reisezeit mitzuspielen? Nun kommt es darauf an, die richtige Skitour auszuwählen. Dabei gilt das Motto: Lieber mit der etwas leichteren Route beginnen, als später am Hang das böse Erwachen zu erleben. Wer in der Gruppe unterwegs ist, muss zudem das fahrerische Können und die konditionellen Voraussetzungen der anderen Teilnehmer im Blick behalten. Eine der größten Gefahren gemeinschaftlicher Touren besteht darin, dass Einzelne die eigene Leistungsfähigkeit im Vorfeld schönen, um eingebildeten Erwartungen gerecht zu werden. Am Hang kann das später verheerende Auswirkungen haben und – noch im besten Fall – zu einem erzwungenen Abbruch der Tour führen.

Wichtig ist, schon im Vorfeld geeignete Rastplätze auszuwählen und mögliche Alternativ-Routen einzuplanen, falls die Kondition plötzlich nicht mehr mitspielt oder Mutter Natur unliebsame Überraschungen bereithält. Ein konkreter Zeitplan hilft, die einzelnen Etappen wie geplant zu bewältigen und sich nicht unversehens im Dunkeln wiederzufinden. An der Planung sollten sich im optimalen Fall alle Tour-Mitglieder beteiligen. Geht das nicht, müssen die Informationen geteilt und alle Entscheidungen zum Tagesverlauf bestätigt werden. Das stärkt den Teamgeist und reduziert mögliche Fehler.

Was muss alles mit - die Ausrüstung für den Bergsport

Beim Zusammenstellen der Ausrüstung empfiehlt es sich, frühzeitig loszulegen und mit hoher Genauigkeit vorzugehen, selbst wenn es für manchen Routinier übertrieben wirken mag. Anders als beim touristischen Strandurlaub lassen sich fehlende Utensilien auf dem Hang nicht nachkaufen, da es in freier Natur an Bergsteiger-Kiosken fehlt … Also lieber also auf Nummer sicher gehen, dass auch wirklich alles dabei ist. Neben winterfester Kleidung - Mütze, Handschuhe, Ski-Jacke und Funktionsunterwäsche - sollten auch Helm, Schutzbrille und Stirnlampe nicht fehlen. Für den Ernstfall gehören zudem Schneeschaufel, LVS- und GPS-Gerät sowie ein Erste-Hilfe-Set zur Standard-Ausrüstung. In besonders rutschigem oder abschüssigem Gelände sorgen Skistöcke und Skifell für den nötigen Halt. Je nach Tour muss ausreichend Proviant mitgeführt werden, was neben kohlenhydratreichen Snacks mehrere Liter Flüssigkeit einschließt.

Wer kommt mit – Bergsport in der Gruppe

Die optimale Gruppengröße für Skitouren besteht erfahrungsgemäß aus vier Mitgliedern, was jedoch kein Dogma ist. Wichtiger als die Anzahl ist es, die Personen zu kennen oder zumindest gut einschätzen zu können. Jede Gruppe ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied - wenn also jemand plötzlich schwächelt, verletzt ist oder mental nicht mehr mithalten kann, ist der gesamte Trupp betroffen. Umgekehrt gilt auch, dass mögliche Fehler besonders mutiger Draufgänger Konsequenzen für die gesamte Gruppe haben. Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, empfiehlt es sich daher, privat mit der Familie oder mit engen Freunden loszuziehen.
 

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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