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 Warum schmerzt mein Nacken?
Gesundheit | 11.02.2016

Die häufigsten Ursachen für Nackenschmerzen

Warum schmerzt mein Nacken?

.  (Quelle: Thinkstock )
Wenn der Nacken schmerzt, sollte nach den Ursachen gefahndet werden.
Bild: Thinkstock
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Der Nacken ist eine neuralgische Region zwischen Körper und Kopf: Er neigt dazu, auf Fehlhaltungen, Stress, Zugluft oder innere Erkrankungen mit Schmerzen zu reagieren. Dann hat man einen steifen Hals, und der Kopf lässt sich nicht mehr richtig drehen. Nicht selten strahlen die Schmerzen auch in Schultern und Arme aus, und der Schädel brummt.


„Etwas sitzt mir im Nacken“, heißt es im Volksmund. Häufig ist eine körperliche oder seelische Überforderung gemeint. Beruflicher oder privater Stress, Sorgen, besondere Belastungen führen zu einer dauernden inneren Anspannung der Muskulatur. Man neigt dazu, die Nackenpartie zu versteifen und die Schultern hochzuziehen. Im Ergebnis verhärtet sich das Gewebe, die Muskeln werden nicht mehr ausreichend durchblutet. Es entsteht Druck auf den Nerven, Muskeln und Sehnen werden blockiert. Die Folge sind unangenehme Schmerzen und eine Bewegungseinschränkung, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann.

Nackenschmerzen sind das Symptom für eine ganze Reihe körperlicher Probleme und Erkrankungen. Entsprechend schwer ist die Diagnose. Im Folgenden sollen die häufigsten Auslöser vorgestellt werden. Meist sind die Schmerzen unangenehm, aber harmlos. Spätestens bei anhaltendem Schwindelgefühl, Fieber, Gewichtsverlust, Lähmungserscheinungen oder Sensibilitätsstörungen in Händen und Armen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Muskelverspannungen

In den meisten Fällen entstehen die Schmerzen durch Verkrampfungen und Verspannungen der Muskulatur im Bereich von Schultern, Hals, Nacken und Rücken. Auslöser ist eine falsche Haltung am Arbeitsplatz, bei der langen Autofahrt etc. Dummerweise reagiert der Körper auf den ausgelösten Schmerz instinktiv mit einer Schonhaltung, was neue Schmerzen nach sich ziehen kann. Auch eine Verkrampfung oder Fehlstellung im Kiefer kann schuld sein an dem unangenehmen Ziehen im Nacken.

Die sehr seltenen sogenannten zervikalen Dystonien – neurologische Erkrankungen – hängen mit übersteigerten Muskelanspannungen zusammen. Sie können sich in der Hals- und Nackenmuskulatur durch ungewöhnliche Kopfstellungen oder -bewegungen äußern.

Verschleißerscheinungen und Bandscheibenvorfall

Die Halswirbelsäule ist wie das gesamte Skelett von den degenerativen Veränderungen des Bewegungsapparates betroffen, die mit zunehmendem Alter auftreten. Diese Verschleißerscheinungen an Bandscheiben und Wirbelkörpern können ebenfalls für Nackenschmerzen verantwortlich sein. Dasselbe gilt für die Gelenkerkrankungen Arthrose und Spondylose.


Schleudertrauma

Vor allem durch Verkehrsunfälle wird in vielen Fällen ein Schleudertrauma ausgelöst. Oft ist es sehr schmerzhaft, aber nicht schwerwiegend. Allerdings kann es Monate dauern, bis die mit dem Trauma einhergehenden Nackenschmerzen abgeklungen sind. Sollte die Halswirbelsäule durch den überstandenen Aufprall instabil sein, verschreibt der Arzt häufig eine stützende orthopädische Halsmanschette.

Auch alle anderen Verletzungen der Halswirbelsäule äußern sich durch Nackenschmerzen.

Hirnhautentzündung und andere schwerwiegende Erkrankungen

Sehr selten sind Nackenschmerzen die Begleiterscheinung schwerwiegender Krankheiten. Ein Beispiel wäre die Hirnhautentzündung, die jedoch zusätzlich mit hohen Fieber einhergeht. Hierbei gehört es zum Krankheitsbild, dass man wegen einer fortschreitenden Nackensteifigkeit das Kinn nicht auf die Brust legen kann. Auch die chronische Schmerzkrankheit Fibromyalgie kann ebenso wie etwa eine Hirnblutung, Rheuma, eine Tumorerkrankung oder ein Herzinfarkt verantwortlich für den Schmerz sein.

Was hilft?

Mit bewussten Ruhepausen und entspannenden Lockerungsübungen kann jeder den lauernden Nackenproblemen vorbeugen oder entgegenwirken. Bei einem akuten steifen Hals lässt sich mit lokaler Wärme, also vielleicht einem aufgeheizten Körnerkissen oder einer Wärmflasche, Linderung verschaffen.

Ein gezieltes Krafttraining zur Stärkung der Muskulatur in Hals, Schultern und Rücken hilft dabei, die Gesundheit zu erhalten. Es gilt: Bei allgemein guter Fitness kommt der Körper mit Nackenproblemen besser zurecht. Auch während der Nacken schmerzt, ist Sport durchaus möglich. Schonung, so nicht vom Arzt verordnet, ist in dem Fall kein Heilmittel. Schwimmen oder Gymnastik sind empfehlenswert, ebenso alles, was den Rücken kräftigt – aber immer auf den Körper hören und aufhören, wenn es unangenehm wird. Ein Zuviel schadet eher.

Wenn man die Probleme selbst nicht in den Griff bekommt, kann der behandelnde Arzt Physiotherapie verordnen: Massagen lindern die Schmerzen und helfen, die Muskeln wieder ins Lot zu bringen und Verspannungsknoten zu lösen. Gezielte Krankengymnastik sorgt dafür, dass die Nackensorgen verschwinden und zukünftig durch spezielle neu-erlernte Übungen vertrieben werden können. Auch Chirotherapie oder Akkupunktur sind erfolgreiche Methoden gegen die Schmerzen.

Hoffentlich sitzt dann nur noch der Schalk im Nacken …

Mussten Sie auch schon einmal Nackenschmerzen ertragen und was haben Sie dagegen getan?

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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