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 Wichtiges Equipment für Kletter-Einsteiger
Outdoor | 12.02.2016

Ausrüstungs-Guide Klettern

Wichtiges Equipment für Kletter-Einsteiger

.  (Quelle: Thinkstock )
Wer Klettern geht, braucht von Anfang an die richtige Ausrüstung.
Bild: Thinkstock
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Wenn die Ausrüstung stimmt, dann klappt’s auch mit dem neuen Sport: Wer Blut geleckt hat und regelmäßig klettern möchte, kommt ohne Equipment nicht aus. Für erste Versuche in der Halle oder Outdoor lassen sich Klettergurt und Kletterschuhe vielleicht ausleihen. Wem es aber ernst ist, der steht vor einige Anschaffungen.


Die Wände hochgehen und sich auch mal hängenlassen: Sportklettern steht für ein Lebensgefühl, das viel mit Freiheit und dem Austesten der eigenen Grenzen zu tun hat. Es geht nicht nur darum, die eigene Kraft und Geschicklichkeit unter Beweis zu stellen. Koordination und Fitness sind ebenso gefragt wie Kreativität, die sich schon bei der Wahl der Route zu einem bestimmten Ziel zeigt.

Bei aller Faszination funktioniert das Sportklettern nur mit der richtigen Ausrüstung, die entscheidend für die eigene Sicherheit und die der Kletterpartner ist. Nur wer sich zu 100 Prozent auf das notwendige Equipment verlassen kann, wird die Bergmassive dieser Welt mit vollem Einsatz und Spaß bezwingen.

Was sollte sich ein Kletter-Einsteiger anschaffen?

Kletterschuhe

Durch passende Kletterschuhe wird gewährleistet, dass der Fuß auf kleinsten Vorsprüngen Halt findet, – egal ob Outdoor oder in der Halle. Wichtig ist eine relativ enge und trotzdem bequeme Passform. Nehmen Sie sich genügend Zeit, im Fachgeschäft unterschiedliche Modelle zu probieren. Welche Verschlussform man wählt, ist letztlich Geschmacksache. Ebenso hängt die Entscheidung für ein weicheres – es reagiert sensibler, erfordert aber mehr Kraft in den Füßen – oder steiferes – es gibt mehr Stabilität – Modell von den eigenen Vorlieben ab.

Klettergurt

Der Klettergurt dient dem gesicherten Aufstieg mit einem Seil und ist für den Kletternden ebenso nötig wie für den Sichernden. Auch hier ist ein Anprobieren ratsam, denn der Rumpfgurt darf auch in hängenden Positionen nicht in den Körper einschneiden. Zwischen Beinschlaufen und Bein sollte genug Platz sein, die Hand durchzuschieben, sonst sitzen sie möglicherweise zu eng.

Sicherungsgerät

Bei den Sicherungsmethoden und -geräten gibt es große Unterschiede. Wichtig ist, dass sie das Abseilen und das Sichern von einfachen und doppelten Seilen möglich machen. So gibt es beispielsweise halbautomatische Modelle, die eine Blockierfunktion mitbringen, oder einfachere und variabler einsetzbare Geräte, die nicht blockieren. Um eine fundierte Entscheidung für oder gegen einzelne Versionen treffen zu können, sollte man sich im Fachhandel beraten lassen.

Seile

Ein eigenes Kletterseil – oder „dynamisches Einfachseil“ – wird wichtig, wenn man gerne als Erster klettert. Das Seil ist leicht dehnbar und kann mögliche Stürze abfangen.


Je nach Klettervorlieben gibt es Seile in unterschiedlichen Längen, Dicken und mit verschiedenartiger Beschichtung. Für die Kletterhalle reichen meist etwa 40 Meter, Outdoor-Ausflüge erfordern deutlich mehr. Auf langen Routen lohnt es sich durchaus, ein Seil mit 80 oder 100 Metern mitzuführen. Auch die Wahl des Seil-Durchmessers und der Beschichtung leitet sich aus den geplanten Klettertouren ab. Wer ausschließlich in der Halle klettert, kann auf eine Beschichtung verzichten. Für Touren in der Natur ist der Schutz des Seils vor Schmutz und Feuchtigkeit dagegen wichtig. Dünne Seile sind wesentlich leichter, haben aber meist eine kürzere Lebensdauer. Dickere Varianten sind angenehmer in der Handhabung, bringen aber auch entsprechend mehr Gewicht mit. Eine mittlere Seilstärke liegt bei etwa zehn Millimetern Durchmesser.

Exen oder Expressen

Hierbei geht es um die Verbindungen zwischen den Kletterhaken, also den Sicherungspunkten in der Wand, und dem Kletterseil. Es handelt sich um kürzere oder längere Bandschlingen, die mit einem Karabiner verbunden sind. Wieder richtet sich die Auswahl der Schlingen nach den Klettergewohnheiten und ist von Fall zu Fall verschieden. Sportgeschäfte beraten Sie gern.

Kletterhelm

Die Anschaffung eines Helms ist vor allem beim Outdoor-Klettern als Schutz vor Steinschlag ratsam. Darüber hinaus wird beim ungewollten Abrutschen und Stürzen der Aufprall gemildert. Kletterhelme gibt es in unterschiedlichen Modellen und Konstruktionsweisen, probieren Sie! Wichtig sind neben dem möglichst geringen Gewicht vor allem die Passform und Polsterung, damit der Helm bei der Klettertour nicht stört. Zudem sollte für ausreichend „Luftlöcher“ gesorgt sein.

Chalkbag

Der meist zylindrische und mit Magnesia gefüllte Sack hilft bei anstrengenden Kletterabenteuern, die schweißnassen Hände zu trocknen und damit wieder sicher Zufassen zu können. Er wird im Bedarfsfall häufig hinten am Gurt getragen. Die Öffnung sollte so groß sein, dass eine Hand problemlos hineingreifen kann.

Und die Qualität?

Wer in Deutschland Kletter-Equipment kauft, kann sich darauf verlassen, dass die Ausrüstungsgegenstände sicher sind. Alle Produkte haben spezielle Prüfungen passiert und sind entsprechend zertifiziert, unabhängig von der Preisklasse. Die Zertifizierung ist deutlich vermerkt. Allerdings ist es nicht genug, mit der perfekten Ausrüstung an den Start zu gehen, um sich rundum sicher zu fühlen. Genormte Haken und Seile funktionieren nur dann zuverlässig, wenn sie auch sachgemäß verwendet werden. Übung macht den Meister, und Vorsicht ist ein empfehlenswerter Kletter-Partner. Zu viel Routine sollte dagegen nie aufkommen.

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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