ISPO.com is also available in English ×
 Marathon – die Laufelite aus Kenia und Äthiopien 
Running | 04.02.2016

Die besten Marathonläufer der Welt 

Marathon – die Laufelite aus Kenia und Äthiopien 

Marathon – die Laufelite aus Kenia und Äthiopien .  (Quelle: Thinkstock )
Running: Führungsgruppe beim Berlin-Marathon 2015
Bild: Thinkstock
Artikel bewerten:
Was braucht es, um zur Weltelite der Marathonläufer zu gehören? Offenbar vor allem eines: Man muss in Kenia oder Äthiopien geboren und aufgewachsen sein. Dieser Schluss liegt zumindest nahe, wenn man einen Blick auf die Weltbestzeiten wirft. In den Top 30, und damit unter 2 Stunden 5 Minuten, treffen sich ausnahmslos Kenianer und Äthiopier, wie diese Weltklasseläufer hier.

Für Laufsport-Freunde ist Marcel Fehr kein Unbekannter, mehrfach hat er die Deutschen Juniorenmeisterschaften über 1.500, 3.000 und 5000 Meter für sich entschieden. 2011 entschloss er sich dann, für einen Monat in Kenia zu trainieren. Bei „Achim Achilles“ resümiert er danach: „Wir haben in deren größter Stadt, in Eldoret, noch nie so viele große und nach unseren Maßstäben fast untergewichtige Menschen gesehen. Die sind alle fürs Laufen geboren… jeder dieser vielen 1000 Läufer kann, egal wo in der Welt, jeden Lauf gewinnen.“


Den größten Vorteil der Kenianer sieht Fehr neben der erblichen Veranlagung im dauerhaften „Training“ in großer Höhe. Eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln könne sich hier kaum jemand leisten, so würden die meisten Stecken zu Fuß bewältigt, meist in schnellem Lauf.

Zugleich sehe jeder hier die „Straße der Läufer“, in der sich die Villen der internationalen Marathonsieger aus der Region aneinanderreihten. Das sei das Ziel all jener, die es beim Marathon zu etwas bringen wollen und der Ehrgeiz der Läufer sei enorm. Gelaufen werde hier „um die Existenz“ – in Weltrekordzeiten.

Dennis Kimetto

2:02:57 stand auf der Uhr, als der Kenianer Dennis Kimotto den Berlin-Marathon 2014 beendete. Es war ein Sieg mit Ansage, doch die Zeit bleib eine Überraschung. Unter der magischen Grenze von 2-Stunden-3-Minuten war zuvor noch nie jemand geblieben.

Kimotto ist 30 Jahre alt, ernsthaft mit dem Laufen hat er als 24-Jähriger begonnen. Schließlich hatte er mit vier Brüdern und drei Schwestern genug Mitspieler, um sich zunächst den Freuden des Fußballspiels hinzugeben. Umgestimmt hat ihn dann die Übertragung der Weltrekordläufe seines Landsmanns Paul Tergat und des äthiopischen Superstars Haile Gebrselassie, die er auf dem Dorfplatz im TV sehen konnte.

Warum nicht Laufen, dachte sich Kimotto, und fing mit dem Training an. Schließlich durfte er 2012 beim Halbmarathon gegen die Weltelite in den Vereinigten Arabischen Emiraten an den Start gehen – und gewann. 


Haile Gebrselassie

Wenn der Laufsport über die langen Distanzen einen Mega-Star kennt, dann ist es Haile Gebrselassie. Zweimal wurde er Olympiasieger über die 10.000 Meter, viermal Weltmeister. Auch über die kürzeren Distanzen holte er sich Titel in Serie. Im Marathonsport war Gebrselassie über Jahre der schnellste Mann der Welt. Allein den Berlin-Marathon gewann er vier Mal in Folge, 2008 in der Weltrekordzeit von 2:03:59 h. Und wie hat alles begonnen?

Mit einem Pausenlauf gegen die heimische Lehrerschaft. Da war Haile Gebrselassie 13 Jahre alt und spurtete einfach davon. Kein Wunder, musste er die rund zehn Kilometer zur Schule doch täglich zu Fuß zurücklegen, so wie seine neun Geschwister wohl auch.

Emmanuel Kipchirchir Mutai

Gäbe es seinen kenianischen Landsmann Dennis Kimetto nicht, könnte er sich heute mit dem Weltrekord schmücken. Denn als Zweitplatzierter in Berlin blieb auch Mutai 2014 unter der bisherigen Weltrekordzeit von Wilson Kipsang, der ebenfalls aus Kenia stammt.

Ein Jahr später, also 2015, landete er dann am selben Ort auf Rang vier. Auf Mutais Konto gehen viele Marathon- und Halbmarathonsiege, so unter anderem in Nizza und Amsterdam. Weit öfter noch fand sich sein Name in der Top10. Im Interview mit Athletics Illustrated erzählt Mutai, er sei auf einer kleinen Farm aufgewachsen.


Zwar sei auch er oft zur Schule gerannt, aber nur, wenn er spät dran war – denn die Schule stand gleich um die Ecke. Draußen rumgerannt sei er aber eigentlich immer.

Wilson Kipsang

Wie sein Landsmann Dennis Kimotto ist auch der ehemalige Weltrekordhalter Wilson Kipsang ein läuferischer Spätstarter. Nach der Schule beschäftigt er sich erst einmal mit dem Handel, lässt sich aber schließlich von den Laufübertragungen im Fernsehen mitreißen.

Gerade Weltrekordläufer Paul Tergat hat es ihm angetan. So macht Kipsang mit 21 Jahren ernst, beginnt mit dem Lauftraining im 50 Kilometer entfernten Iten, dem Laufzentrum Kenias. Erstmals bedeutet das Höhentraining, geboren und aufgewachsen ist Kipsang im Tal. Der 33-Jährige hat inzwischen unter anderem beim Marathon in Berlin, London und New York gewonnen. In Berlin läuft er 2013 Weltrekord: 2:03:23 h.

Patrick Makau Musyoki, Kenia, Eliud Kipchoge, Kenia, Geoffrey Mutai, Kenia, Ayele Abshero und Tesfaye Abera, beide Äthiopien, Duncan Kibet, Kenia – so könnten wir die Running Liste lange fortsetzen. Immer neue Namen kommen hinzu, nur die Länder aus denen sie kommen, die bleiben bisher gleich.

Trauen Sie sich einen Halbmarathon zu?
 

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
Kommentare
Top Themen
ISPO Newsletter
ISPO Newsletter
Jetzt anmelden
Social Media