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 Tanzen trifft Kampfkunst - dank Capoeira in Topform
Fitness | 04.02.2016

Fitness mit Capoeira

Tanzen trifft Kampfkunst - dank Capoeira in Topform

Tanzen trifft Kampfkunst - dank Capoeira in Topform.  (Quelle: Thinkstock )
Capoeira – Fitnesstraining als gemeinsamer Tanz
Bild: Thinkstock
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Konzentration, Akrobatik und Körperbeherrschung: Die als Tanz getarnte Kampfkunst Capoeira stellt hohe Anforderungen an Körper und Geist und ist zugleich der ideale Weg, um so richtig in Form zu kommen.

Akrobatische Kampfkunst, filigrane Tanzelemente und traditionelle Rhythmen - der brasilianische Kampftanz Capoeira erfreut sich auch in Europa wachsender Beliebtheit. Kein Wunder, denn die anmutigen und kraftvollen Bewegungen der Capoeira-Tänzer üben eine spezielle Faszination auf den Betrachter aus.

Doch es gibt noch einen weiteren Grund für den Vormarsch der Capoeiristas: Der Kampftanz ist ein hervorragendes Ganzkörper-Workout, mit dem sich Kraft, Fitness und Beweglichkeit trainieren lassen. Auch in Sachen Fettabbau ist Capoeira höchst effektiv.


Entwicklung und Herkunft

Die Ursprünge der Kampfkunst liegen in einer Reihe sehr unterschiedlicher afrikanischer Kampfspiele und ritueller Tänze. Das eigentliche Capoeira entwickelte sich dann erst vor rund 500 Jahre in Brasilien. Um einen Teil ihrer Identität zu erhalten und sich gegen die Konquistadoren aufzulehnen, begannen die aus Afrika verschleppten Sklaven ihre traditionellen Verteidigungstechniken auszuüben - sehr zum Missfallen ihrer Unterdrücker.

So dauerte es nicht lange, bis den Sklaven das Praktizieren von Kampfkünsten untersagt wurde. Diese verwandelten ihre Kampf- und Verteidigungstechniken kurzerhand in einen Tanz und konnten durch diese Tarnung ihre Traditionen weiter ausleben.

Bis in die 1930er Jahre war Capoeira außerhalb Brasiliens völlig unbekannt und hatte aufgrund seiner sklavischen Herkunft bei den Brasilianern einen schlechten Ruf. Erst gegen Mitte der 20. Jahrhunderts konnte sich der Sport durch die Aufhebung des Verbots aus seinem Schattendasein befreien und die ersten Vereine wurden gegründet.

Wie funktioniert Capoeira?

Traditionell findet Capoeira in der sogenannten „Roda“, einem Kreis aus Trainierenden und Zuschauern, statt. Zwei Teilnehmer begeben sich in die Mitte und führen dort eine Kombination aus Kampf- und Tanzelementen aus - Kicks, Sprünge und Salti gehen dabei fließend ineinander über und verleihen dem Sport seine typisch anmutigen Bewegungsabfolgen.

Im Gegensatz zu Kampfsportarten wie Karate, Kickboxen oder Judo kämpfen die Capoeiristas jedoch nicht wirklich gegeneinander - es gibt am Ende weder Gewinner noch Verlierer. Ziel ist es vielmehr, durch einen Wechsel aus attackierenden und defensiven Bewegungen in einen physischen Dialog zu treten.


Nachdem ein Tanzkampf beendet wurde, wird durch kurzes Abklatschen ein neues Kampfpaar gebildet. Begleitet wird das Spektakel von Trommeln und dem brasilianischen Saiteninstrument Berimbau - der Rhythmus der Musik bestimmt dabei auch das Tempo der Akteure.

Fitness, Krafttraining und Fettabbau - warum Capoeira?

Beeindruckend sind sie, die spektakulären Sprünge und akrobatischen Einlagen, aber ist der Kampftanz nicht eher etwas für echte Sportskanonen? Die Sorge, sich bei der ersten Capoeira-Stunde als grobmotorische Couch-Potato zu outen, ist völlig unbegründet.

Wie bei anderen Sportarten auch, gilt es für Neueinsteiger zunächst Schritt für Schritt die richtige Technik zu erlernen. Dabei spielt der Gruppenzusammenhalt und die Gemeinschaft beim Capoeira eine sehr große Rolle. Es geht nicht darum, reihenweise Gegner zu besiegen. Vielmehr soll durch Spaß und Freude an der Bewegung etwas Gemeinsames geschaffen werden.


Dass der Sport zugleich ein hervorragendes Krafttraining ist und die Pfunde wie im Flug purzeln, wird da zu einem willkommenen Nebeneffekt. Warum also quälende Stunden auf Laufband oder Stepper verbringen, wenn Fitness und Fettabbau auch spielerisch erreicht werden können?

Wer Körper und Geist in Form bringen will, und vielleicht auch Interesse an einer neuen Art von Lebensphilosophie hat, der solle den Gang in den nächsten Capoeira-Verein nicht scheuen.

Unser Tipp: Neben den Vereinen bieten inzwischen auch viele Fitnessstudios Capoeira als Kurs an.

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ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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