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 Snowkiten – „Action und Freiheit pur“
Action-Sports | 02.02.2016

Trendsport Snowkiting

Snowkiten – „Action und Freiheit pur“

Snowkiten – „Action und Freiheit pur“.  (Quelle: Thinkstock)
Im Tiefflug über den Schnee
Bild: Thinkstock
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Für Kiteprofi Chris Volk ist die Sache klar – Snowkiten, das ist "Action und Freiheit pur". Im AOK-Interview liefert der 34-Jährige auch gleich die triftige Begründung mit: Weil man "seine Spuren dort ziehen kann, wo zuvor noch niemand gefahren ist". Willkommen in der Welt der Snowkiter.

Das Snowkiten als Spielart des Kitesurfens gehört zu den jungen Trendsportarten, findet aber immer mehr Anhänger. Ausgeübt wurden die Vorläufer dieses Sports in den 1970er Jahren, was vor allem dem deutschen Tüftler Dieter Strasilla zu verdanken war. Schon als Junge vom Thema Fliegen begeistert, arbeitete er unentwegt an der Entwicklung neuer Gleitschirme für Land, Wasser und Schnee und meldete auf diesem Gebiet mehrere Patente an.

Dass seinen Innovationen zu trauen ist, bewies Strasilla gleich selbst, oft in spektakulärer Form. So flog er gemeinsam mit seinem Bruder vom Jungfraujoch talwärts, mit einem selbst entwickelten Gleitschirm.

Action Sport Snowkiten – im Flug über den Schnee

Höhen dieser Art braucht es beim Snowkiten allerdings nicht, denn hier geht es eher über freies Gelände, zum Beispiel eine verschneite Wiese oder einen zugefrorenen See. Hotspots in Europa sind unter anderem der Reschensee im Vinschgau und der Silverplanersee im Engadin – also Orte, an denen es neben Platz auch verlässliche Windstärken gibt. In beiden Regionen ist das dank topographischer Besonderheiten der Fall.


Das Prinzip des Snowkitens ist denkbar einfach: Der Aktive schnallt sich die Skier oder das Snowboard unter die Füße und lässt sich dann von einem Lenkdrachen über die verschneite Ebene ziehen. Je nach Windgeschwindigkeit, Bodenbeschaffenheit und Fahrverhalten, also auch je nach fahrerischem Können, variiert dabei die Geschwindigkeit.

Das Spektrum reicht vom sanften Cruisen bis zu Tempofahrten von mehr als 100 km/h. Auch spektakuläre Sprünge und Loopings sind möglich, bilden als Freestyle eine eigene Wettkampf-Disziplin und können viele Meter weit und hoch über das Gelände tragen.

Für Anfänger geeignet, einen Kurs vorausgesetzt

Snowkiten gilt als relativ leicht erlernbar, gerade für gute Snowboard- oder Skifahrer. Allerdings wird dringend dazu geraten, für die ersten Versuche einen Snowkite-Kurs zu belegen, um sich mit dem Verhalten des Kites – des großen Lenkdrachens – vertraut zu machen. Wer anfangs zu hoch in die Lüfte gerät, droht anderenfalls hart auf dem Schnee aufzuschlagen.

Denn das Kiten auf Schnee ist zwar einfacher als das Kitesurfen auf dem Wasser, die Verletzungsgefahr aufgrund des härteren Untergrunds aber höher. Snowkite-Schulen, die es mittlerweile in fast allen Wintersportregionen gibt, beginnen ihre praktischen Kurse meist mit kleineren Übungsdrachen, die zu hohe Flugbahnen unmöglich machen. Wer damit vertraut ist, kann auf größere Lenkdrachen mit drei oder vier Seilen umsteigen.

Ohnehin ist es von Vorteil, die Größe des Lenkdrachens der Windgeschwindigkeit anzupassen. Die entsprechende Ausrüstung kann man leihen, was einige hundert Euro in der Anschaffung spart und für größtmögliche Flexibilität sorgt. Kurse werden für rund 150 bis 200 Euro angeboten und schließen neben der Theorie ein 2-tägiges Training und die Leih-Ausstattung ein.


Snowkite Open in Italien

Mit der Internationalen Snowkite Open wird eines der Top-Events der Szene am Reschenpass in Südtirol ausgetragen, 2016 vom 26. bis 28. Februar. Wettbewerbe gibt es in drei Disziplinen, die viele Snowkiter im sportlichen Alltag geschickt miteinander zu verbinden wissen: der Luftakrobatik beim "Freestyle" sowie den Geschwindigkeitsrennen in der Kategorie "Race" und "Long".

Die lange Distanz geht über rund 40 Kilometer, 2015 triumphierte hier der deutsche Snowkiter Dominik Zimmermann. Beim Race, einem Dreieckskurs, und im Freestyle holte sich mit Florian Gruber ebenfalls ein Deutscher den Doppelsieg. Gruber, der 2015 auch in beiden Disziplinen die Deutschen Meisterschaften für sich entschied, durfte 2013 schon einen Weltmeistertitel im Kitesurfen feiern.

Auf seiner Homepage befragt, was die Berge für ihn bedeuten, antwortet Gruber: "Heimat, Erholung und der perfekte Spielplatz zum Snowkiten ...." Immer mehr Wintersportfans stimmen ihm da zu.

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ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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