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 Laufen: Mit den richtigen Klamotten durch den Winter
Running | 29.01.2016

Running im Winter

Lauf-Serie mit Top-Trainerin Ingalena Heuck, Teil vier: Richtiges Winterequipment

Laufen: Mit den richtigen Klamotten durch den Winter . Laufen im Winter: Dass es mit der richtigen Kleidung klappt, zeigt Lauf-Coach Ingalena Heuck. (Quelle: Odlo)
Laufen im Winter: Dass es mit der richtigen Kleidung klappt, zeigt Lauf-Coach Ingalena Heuck.
Bild: Odlo
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„Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Bekleidung.“ Das haben Sie bestimmt auch schon mal gehört. Und sich daran gehalten? Das Wetter sollte tatsächlich absolut kein Grund sein, nicht die Laufschuhe zu schnüren, es ist wenn überhaupt eine Ausrede.

Neuartige Funktionsfasern bieten bei Wind und Wetter sicheren Schutz. Produkte, die eine „Gore-Tex“-Membran besitzen, halten beispielsweise Nässe ab und sind gleichzeitig in der Lage, Schweiß durch die feinen Poren nach Außen abzugeben. Dadurch ist ein dauerhafter Wetterschutz garantiert – und die eigene Ausrede leider dahin.

Selbst im Winter ist es in der Regel möglich weiterhin laufen zu gehen. Nur Temperaturen unter minus 10 bis 15 Grad oder sehr stark vereiste Wege könnten ein Hindernis sein. Je nach dem können jedoch eine Gesichtsmaske oder spezielles Schuhwerk Abhilfe leisten. 


Das „Drei-Lagen-Prinzip“

Besonders im Winter kommt der Bekleidung eine Schlüsselfunktion zu. Ein Auskühlen oder Durchnässen beim Laufen kann schnell zur nächsten Erkältung führen. Gute Funktionsfaser ist die Grundlage für gesundes und auch nachhaltig freudiges Laufen beim Laufen im Winter. Die Effekte von hochfunktioneller Sportbekleidung können am besten ausgeschöpft werden, wenn alle Bekleidungsschichten aus Funktionsfasern bestehen. Das sogenannte „Drei-Lagen-Prinzip“ ist die beste Wahl:  

1. Lage: Transport

Die unterste Schicht dient dem Feuchtigkeitsabtransport, sodass Sie nicht auskühlen. Hierbei wird zumeist Polyester verwendet. Teilweise werden für eine geringere Geruchsbildung zusätzlich Silberionen verwebt. Tragen Sie mehrere Schichten übereinander, so sollte diese Lage enganliegend am Körper sein.

2. Lage: Regulation

Die zweite Lage dient der Wärmeregulation und dem weiteren Feuchtigkeitstransport nach Außen. Je enger das Kleidungsstück anliegt, desto besser kann der Abtransport von Feuchtigkeit ablaufen. Polyesterfasern unterschiedlicher Dicke können hierbei gewählt werden. Entscheiden Sie dies je nach eigenem Bedürfnis und Außentemperatur.


3. Lage: Schutz

Die oberste Schicht übernimmt die Schutzfunktion vor Wind oder Regen. Besondere Materialien wie Gore-Tex oder Sympatex sind atmungsaktiv und schützen auf Grund ihrer besonderen Zusammensetzung vor durchdringender Nässe. Trotzdem überhitzen Sie nicht, denn die Feuchtigkeit kann raus, aber nicht rein.

Die Winddichte von Funktionsbekleidung wird zumeist durch Laminate erreicht, die auf der Faser aufgetragen werden. Die Atmungsaktivität bleibt trotzdem erhalten. Das bekannteste Siegel hierzu ist „Windstopper“.

Richtige Schuhe, weniger Verletzungen

Sobald es eisig und schneereich wird halten sich viele Sportler mit dem Laufen zurück. Eigentlich gibt es überhaupt keinen Grund dazu, denn geeignete Schuhe können Ihnen ausreichend Sicherheit geben.

Das ist Ingalena Schömburg-Heuck

Trail-Laufschuhe

Laufschuhe mit einem ausgeprägten Sohlenprofil, wie beispielsweise Trail-Laufschuhe, sind bei leichtem Schnee ideal. Sie erhalten dadurch mehr Gripp und entsprechend mehr Sicherheit bei jedem Fußaufsatz. Meistens besitzen diese Modelle auch eine wasserabweisende Oberfläche, sodass die Füße länger trocken bleiben. Solch ein Schuh gehört in jeden Läuferschuhschrank.

Schuhe mit integrierten Spikes

Für verschneitere, eisigere Tage gibt es Schuhe mit integrierten Spikes. Die Sohle besitzt wie die Trail-Laufschuhe mehr Profil, zudem sind in einige Erhebungen kleine Metallspikes integriert. Mit diesen Schuhen kann besonders gut auf tieferem Schnee trainiert werden, auf Teer sind sie unangenehm. Icebug bietet beispielsweise solche Schuhe an.

„Schneeketten“ zum Aufsetzen

Eine weitere Möglichkeit bieten sogenannte „Schneeketten“. Diese werden über die Sohle des Laufschuhs gezogen. Die Methode ist einfach und flexibel, denn man kann die Schneekette auch erst nach den ersten Metern auf Teer auf dem verschneiten Weg aufsetzen und schnell wieder entfernen. Das Laufen ist etwas ungewohnt damit, jedoch besser als gar nicht zu laufen.


Sehen und gesehen werden 

Die kurzen Tage im Winter stellen uns vor eine weitere Herausforderung. Die wichtigste Voraussetzung, um auch bei Dunkelheit sicher zu laufen, ist das Sehen und das Gesehen werden. 

Stirnlampen

Es gibt inzwischen viele Anbieter von leichten, kleinen Stirnlampen, die Sie beim Laufen so gut wie gar nicht mehr stören und die Sie auf dem Kopf kaum spüren. Die Leuchtleistung sollte zwischen 100 bis 170 Lumen liegen, das Gewicht zwischen weniger als 100 bis maximal 150 Gramm. Wählen Sie die Lampe am besten nach eigenem Gefühl und Bedürfnis aus.

Reflektoren und Blinklichter

Um bei Dunkelheit gesehen zu werden, sollten Sie unbedingt auf Bekleidung mit vielen Reflektoren achten und außerdem weitere Reflektoren anbringen. Hierzu gibt es Leuchtwesten, die teilweise auch mit kleinen Blinklichtern ausgestattet sind oder auch Arm- und Beinbänder mit Lichtern und reflektierenden Flächen.

Gibt es jetzt noch einen Grund die Laufschuhe im Winter im Schrank zu lassen? Wenn ja, dann sollten Sie sich unbedingt das fehlende Equipment zulegen, denn Laufen im Winter macht wahnsinnig viel Spaß und hilft Ihnen dabei die beste Grundlage für den Sommer zu legen. 

Teil eins der Serie: Richtig Ziele setzen

Teil zwei der Serie: Die passende Ernährung im Winter

Teil drei der Serie: Richtig Laufen im Winter

Mehr Anregungen und Informationen zum Thema Running finden Sie auf der Homepage von Ingalena Schömburg-Heuck.

Über die Autorin

Ingalena Schömburg-Heuck (29) ist ehemalige Spitzen-Läuferin (u.a. deutsche Meisterin im Halbmarathon) sowie Diplom-Sportwissenschaftlerin und Ernährungsberaterin. Sie gehört zu den profiliertesten Lauf-Coaches im deutschsprachigen Raum und arbeitet als Beraterin für Firmen und Sportler. Zudem ist sie Botschafterin verschiedener Unternehmen: U.a. Sport ScheckOdloRunning CoachBMWPowerBarPerform Better. Die Passion für den Sport lebt sie selbst täglich aus und überträgt diese mit ihrer Arbeit auf andere.

 

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Ingalena Schömburg-Heuck (Quelle: Oliver Farys)
Ein Beitrag von Ingalena Schömburg-Heuck, Lauf- und Gesundheitsexpertin
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