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 Zeit ist Geld? Mehr noch, es ist der Schlüssel zum Erfolg
Retail | 31.01.2016

Zeitersparnis im Sporthandel

Zeit ist Geld? Mehr noch, es ist der Schlüssel zum Erfolg

.  (Quelle: Thinkstock )
Zeit gewinnen, mit der richtigen Planung.
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Ein Sportgeschäft zu führen, ist alles andere als trivial. Einer der Faktoren zum Erfolg, wenn auch nicht der einzige, ist die Zeit. Denn stehe ich als Händler vor der Entscheidung, ob gründlich oder schnell zu agieren ist, stecke ich längst im Dilemma. Wir haben einige Tipps, wie beides in Einklang zu bringen ist, ganz im Sinne der Verkaufsförderung.


Sortimentsauswahl, Einkauf, Buchhaltung, Mitarbeiterführung, Kundenbetreuung – die Liste der notwendigen Arbeiten ist lang. Schließlich gilt es nebenbei auch den Markt und die Konkurrenz im Blick zu behalten, um entsprechend agieren oder reagieren zu können. Meist sind es dann gerade die "kleinen Dinge", die den wohl strukturierten Tagesplan zur Makulatur degradieren. Die Rückfrage eines Kunden vielleicht oder das Schreiben vom Gewerbeamt. Der Schnee, der den Eingang versperrt, oder der Hackerangriff, der den Server mit der Produktdatenbank lahmzulegen droht. Letztlich ist es eine solche Vielzahl nicht planbarer Ereignisse, dass man unbedingt planen muss: Als Zeit, die verfügbar bleibt, für immer andere "unplanbare" Dinge.

Was muss gemacht werden?

Oft stellt man sich die Frage nach dem "Wie" noch vor der Frage nach dem "Ob". Aber ist es denn tatsächlich erforderlich, jede Woche ein Mitarbeiter-Meeting zu planen? Müssen die Rechnungen tatsächlich zweifach in Papierform archiviert werden? Viele unserer Tätigkeiten entstehen aus einer Routine heraus, manche sind auch falsch verstandene Pflichterfüllung. Wer seine wiederkehrenden ToDos kritisch hinterfragt, kann einiges davon einsparen.

Wer muss es machen?

"Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser", lautet eine vielzitierte Volksweisheit. "Kontrolle" wohlgemerkt, nicht "selber machen"! Viele Eigner oder Verantwortliche neigen dazu, zu viele Aufgaben selbst in die Hand zu nehmen. Auch wenn sie es kaum zugeben werden: Ihnen fehlt das Vertrauen in die Mitarbeiter oder Dienstleister. Das braucht es aber. Wer zu viel selber macht, wird ohnehin schlechter sein als der bezahlte Spezialist. Letztlich macht sich das konsequente Delegieren von Arbeit dann auch monetär bezahlt. Logistik, Buchhaltung etc. – alle "Bausteine" des Geschäfts sollten extern erledigt werden.

Wann muss es gemacht werden?

Tausend Handgriffe sind täglich zu erledigen – und ist es nicht ein schönes Gefühl, gleich ein Dutzend davon abzuschließen? Rasch die Rechnungen sortieren, das Regal auffüllen und die zwei, drei Mails beantworten, Haken dahinter. Ein schönes Gefühl ist das schon, aber ein trügerisches: Zwar sind eine Vielzahl von Verrichtungen so schnell getan, aber die wichtigen bleiben liegen. Gearbeitet werden muss nach Priorität, die man selbst zuvor bestimmt.

Wie muss es gemacht werden?

Wie? Zu 100 Prozent! Sind Sie beim für 10 Uhr anberaumten Mitarbeiter-Gespräch gedanklich schon bei den wichtigen 11-Uhr-Kreditverhandlungen mit Ihrer Hausbank, sollten Sie den 10-Uhr-Termin besser gleich absagen. Er muss nämlich entweder ohnehin wiederholt werden, oder er bringt bestimmt nicht das gewünschte Ergebnis.

Stehen Sie vor großen Aufgaben – zum Beispiel der Entscheidung für eine komplette Umstellung des Sortiments im Shop, gehen Sie Schritt für Schritt vor. Kleine Pakete sind einfacher zu bewältigen – und das Gehirn arbeitet in den Zwischenzeiten automatisch weiter, was gerade bei komplexen Sachverhalten hilfreich sein kann.


Wann muss man pausieren?

Geschäftsführung ohne Kreativität heißt, den Ist-Zustand verwalten. Auf lange Sicht klappt das nicht. Wer entwickelt denn dann das Geschäft? Auszeiten sind daher kein Luxus, sondern Teil des Prozesses. Es ist wie beim HIIT im Fitnessstudio: 20 Sekunden Höchstleistung bringen nichts, wenn man nicht 10 Sekunden Pause dazwischen einlegt.

Besonders kritisch ist das in punkto Erreichbarkeit: Die schnelle WhatsApp beim Warten auf den Bus? Vielleicht verdrängt genau sie den Gedanken, der das Geschäft revolutioniert hätte. Ohne Zeit kann sich ein Gedanke aber nicht entwickeln – er denkt gar nicht dran.

Auch der eigene Biorhythmus ist nicht dazu da, dauerhaft ignoriert zu werden. Als geborener Langschläfer stets als Erster im Geschäft zu sein, ist durchaus löblich. Lob ist allerdings eine sehr weiche Währung, gerade im Vergleich zum Tatendrang.

Wie kommt man weiter?

Das Publikum auf Messen oder Schulungen ist meist erstaunlich jung, was noch dazu als erfreulich gilt. Dabei heißt es im Umkehrschluss, dass die älteren Semester fehlen. Genau sie stehen aber (oft) in der Verantwortung und entscheiden auf der Basis von Lehrgängen, die sie vor Jahrzehnten verinnerlicht haben. Vielleicht hieße Amazon ja heute sonst Otto oder Neckermann. Und VW müsste sich wegen manipulierter Elektromotoren erklären. 

Haben Sie Erfahrungen, wie man seine Zeit optimal einteilt? 

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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