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 Hoch die Hanteln: Trendsport olympisches Gewichtheben
Fitness | 03.02.2016

Der Trend von Morgen: Herkunft und Besonderheiten von olympischem Gewichtheben

Hoch die Hanteln: Trendsport olympisches Gewichtheben

Hoch die Hanteln: Trendsport olympisches Gewichtheben.  (Quelle: Thinkstock)
Die richtige Technik macht's: olympisches Gewichtheben
Bild: Thinkstock
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Gewichtheben als Breitensport? Im Zuge des Fitness-Booms greifen immer öfter auch Hobby-Athleten zur Langhantel und versuchen sich im Reißen und Stoßen. Doch woher kommt das olympische Gewichtheben eigentlich? Ist es überhaupt als Fitness-Methode geeignet?

Muskelbepackte Kraftpakete, pure Konzentration und der unbedingte Wille, zentnerschwere Gewichte in die Luft zu wuchten. Wenn es um olympisches Gewichtheben geht, bekommen viele schon beim Zuschauen weiche Knie. Was, wenn ein Fehler unterläuft und die Beine des Athleten wegknicken – oder noch schlimmer: die Langhantel in den Nacken kracht.

Bilder, wie die des verunglückten Gewichthebers und Olympiasiegers Matthias Steiner gingen um die Welt, auch wenn dieser glücklicherweise keine schweren Verletzungen davontrug. Doch ist der Sport wirklich so gefährlich und was bewegt immer mehr Fitness-Begeisterte und Freizeitathleten dazu, sich im Reißen und Stoßen zu versuchen?


Ursprung und Herkunft

Das klassische Gewichtheben kann auf eine lange Historie zurückblicken. Bereits im Altertum ließen sich Menschen von der Kraft und Muskulatur anderer begeistern. Vor allem während des 19. Jahrhunderts gewann das Heben der schweren Hanteln noch einmal zusätzlich an Bedeutung.

Als sogenannte "Kraftmenschen" waren die Gewichtheber während dieser Zeit jedoch hauptsächlich Bestandteil von Zirkusnummern oder dienten als skurrile Entertainer auf Jahrmärkten. Erst zum Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das Gewichtheben zu einer anerkannten Sportart und wurde 1896 Bestandteil der Olympischen Spiele.

Nach zahlreichen Änderungen in den Bereichen Gewichtsklasse, Übungsauswahl und Technik wurde der Sport schließlich während der 1960er Jahre erstmals nach den heutigen Reglements ausgeführt.

Wie funktioniert Gewichtheben?

Das olympische Gewichtheben an sich ist schnell erklärt: Die Athleten treten in verschiedenen Gewichtsklassen gegeneinander an und versuchen, eine mit Gewichten bestückte Langhantel anzuheben, umzusetzen und über dem Kopf in die Luft zu drücken.

Dieser olympische Zweikampf ist in die beiden Kategorien Reißen und Stoßen eingeteilt. Beim Reißen wird versucht, die Langhantel in einer flüssigen Bewegung vom Boden in die Überkopf-Position zu bringen. Beim Stoßen wird das Gewicht zunächst auf Schulterhöhe abgelegt, um dann in einer zweiten Bewegung über den Kopf gestoßen zu werden.

In beiden Disziplinen ist die korrekte Technik enorm wichtig. So dürfen die Langhanteln lediglich durch Explosivität in die Endposition gebracht werden. Wer beispielsweise versucht, die letzten Zentimeter durch Muskelkraft “nachzudrücken“, wird mit Sicherheit einen ungültigen Versuch erhalten.

So schnell die Grundzüge von Reißen und Stoßen auch erklärt sind, bei der Umsetzung sieht es schon ganz anders aus. Kaum eine Bewegung aus dem Sportbereich kann es in Sachen Komplexität mit diesen beiden Übungen aufnehmen.

Die gesamte Muskulatur muss auf die Sekunde genau funktionieren – ist beispielsweise die Fußstellung nicht perfekt oder kommt die Hüftbeugung zu früh, kann der Lift nicht funktionieren. Nicht umsonst erfordert es jahrelanges Training, um die korrekte Technik erlernen.


Olympisches Gewichtheben als Krafttraining und zum Muskelaufbau?

Krafttraining, Muskelaufbau, Fettreduktion – das Streben nach dem perfekten Körper ist womöglich nie größer gewesen als heute. Beinahe täglich werden neue Fitnesstrends und Trainingsmethoden ob deren Wirksamkeit angepriesen.

Insbesondere durch das US-amerikanische Fitness-Konzept Crossfit ist seit einiger Zeit auch das olympische Gewichtheben vermehrt in den Fokus der Fitnessszene gerückt. Die Begriffe Reißen und Stoßen wurden durch die englische Variante Clean&Jerk und Snatches ersetzt und plötzlich ist der Sport nicht mehr nur einer kleinen Anzahl von Gewichtheber-Vereinen vorbehalten.

Doch welche Vorteile bietet das Heben schwerer Gewichte dem Hobby-Athleten und wie gefährlich ist der Sport?

Grundvoraussetzung ist hier – mehr noch als bei anderen Sportarten – die richtige Technik. Wer mit schweren Gewichten trainiert und dabei nicht penibel auf eine saubere Ausführung der Übungen achtet, wird auf Dauer mit großer Wahrscheinlichkeit Probleme mit Muskeln, Sehnen und Gelenken bekommen, von akuten Verletzungen ganz zu schweigen.

Korrekt ausgeführt sind sowohl Reißen und Stoßen als auch Zusatzübungen wie Kniebeugen, Kreuzheben oder Bankdrücken aber nicht nur ungefährlich, sondern auch höchst effektiv. Ob Kraft, Muskelaufbau, Koordination oder Gleichgewicht – beim Gewichtheben wird der gesamte Körper gefordert.

Entsprechend groß ist der Trainingseffekt. Nicht umsonst finden Reißen und Stoßen auch in zahlreichen anderen Sportarten wie Fußball, Basketball oder American Football vorbereitend Verwendung. Wer Kraft und Fitness auf einen neuen Level bringen will, sollte dem Gewichtheben in jedem Fall eine Chance geben. Und obendrein ist der Sport auch noch ein echter Kalorienfresser.

Sicheres Heben: Welche Methoden sind zur Verletzungsprophylaxe geeignet?

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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