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 MTB: Tipps für Winter-Biker
Action-Sports | 03.02.2016

Mountain Bike im Winter Straßentauglich machen – die besten Tipps

MTB im Winter – Tipps für Bike und Fahrer

MTB: Tipps für Winter-Biker.  (Quelle: Thinkstock)
Dicke Reifen, viel Profil – gerüstet für Schnee und Eis
Bild: Thinkstock
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Viele Mountainbiker lassen sich auch von Schnee und Minusgraden nicht davon abhalten, ihrer sportlichen Leidenschaft nachzugehen. Doch wer mit seinem Bike auf Winter-Tour geht, sollte gut vorbereitet sein: Tipps und Tricks für Fahrer und Bike.

Sollen es sich doch die anderen vorm heimischen Fernseher gemütlich machen und zusehen, wie sich Muskulatur und Kondition in Fett und Kurzatmigkeit verwandeln. Für Sie steht fest: Schneematsch, Eis und Kälte sind kein Grund, das Mountainbike einsam im Keller zu lassen. Denn Action Sport für echte Mountainbiker heißt: raus in die Natur, und zwar bei jedem Wetter.

Ohne die richtigen Vorkehrungen kann eine solche Schnee-Tour für Winter-Biker jedoch schnell zu einem Horror-Trip werden: Was tun, wenn der Untergrund plötzlich spiegelglatt wird und die Reifen keinen Grip mehr haben? Und was macht man eigentlich, wenn die Klick-Pedalen vereist sind? Hier einige Tipps, wie man sein Mountainbike fit für den Winter macht.


Profil, Reifenbreite, Spikes – der richtige Grip

Die Fahrbedingungen in der kalten Jahreszeit unterscheiden sich stark von denen im restlichen Jahr. Ob Tiefschnee, glatter Untergrund oder einfach nur die Kälte: Wer dem Winter trotzen will, sollte gut vorbereitet sein und sein Bike entsprechend präparieren. Um bei Eis und Schnee überhaupt Grip zu haben, sollten breite Reifen mit dickem Profil und verhältnismäßig geringem Luftdruck aufgezogen werden. Die größere Auflagefläche verhindert ein zu starkes Einsacken, das griffige Profil hält den Reifen in der richtigen Bahn. Für zusätzlichen Halt sorgen Spikes. Wer im Winter eine echte Outdoor-Session plant und auch vereisten Untergrund bewältigen muss, wird sein Bike nur mit den kleinen Stahlstiften unter Kontrolle halten können.

Action Sports: Sturzprävention und optimale Schwerpunktverteilung

Auch Mountainbiker kennen es, das Streben nach dem runden Tritt. Für eine Optimierung des Tretzyklus greifen daher viele Freunde des Action-Sports zu Klickpedalen. Was jedoch bei wärmeren Temperaturen und weniger rutschigem Untergrund seine Vorteile hat, kann bei Eis und Kälte schnell zum Desaster werden. Mit den recht dünnen Klickpedal-Schuhen bekommt man nämlich nicht nur kalte Zehen, auch die Pedale sind schneller vereist, als einem lieb ist. Um bei Stürzen schneller reagieren zu können, sollten die Füße bei Schnee deshalb frei beweglich sein. Klickpedale sind somit eher ungeeignet.

Für ein sicheres Fahrgefühl und eine optimale Schwerpunktverteilung empfiehlt es sich zudem, den Sattel etwas herunterzuschrauben. Kommt man einmal ins Schleudern, hat man mit beiden Beinen sicheren Kontakt zum Boden und kann das Bike so wesentlich besser stabilisieren.


Fahrradkette, Bremsen, Beleuchtung und Co.

Nicht nur der Fahrer leidet unter niedrigen Temperaturen und eisigem Fahrtwind – auch dem Bike können die unbarmherzigen Elemente zu schaffen machen. Damit Fahrradkette, Scheibenbremse und Co. optimal funktionieren, sollte nicht an Öl und Bremsflüssigkeit gespart werden. Für Wechsler und Umwerfer lohnt es sich zudem, etwas Sprühwachs im Gepäck zu haben, so macht die Gangschaltung nicht unerwartet schlapp.

Mit dem Winter werden auch die Tage immer kürzer und die Sicht schlechter. Damit einen die Dunkelheit nicht genauso kalt überrascht wie plötzliches Glatteis, sollte die Beleuchtung komplett und voll funktionstüchtig sein. Im Kampf gegen Schneematsch und Spritzwasser sind zudem Schutzbleche und Mudguards wärmstens zu empfehlen. Wer Angst hat, die Optik seines Bikes mit den Dreckfängern zu verschandeln, sollte es zumindest mit einem Mini-Schutzblech versuchen.

Der richtige Fahrstil

Neben den notwendigen Vorkehrungen am Bike will auch die passende Kleidung für den Fahrer gewählt sein. Atmungsaktive Funktionskleidung und Softshell-Jacke sind angesagt, getragen im "Zwiebelprinzip". So fällt es leicht, sich der jeweiligen Temperatur anzupassen und auf anstrengenden Streckenabschnitten nicht zu überhitzen. Eine Helm-Mütze verhindert zuverlässig, dass zu viel Wärme verloren geht.

Auch das beste Equipment kann versagen, wenn nicht einige Regeln zum Fahrstil beherzigt werden. Grundsätzlich gilt bei Eis und Schnee: Vorausschauend fahren und besonders vor Kurven rechtzeitig bremsen! Befindet man sich erstmal mit zu hoher Geschwindigkeit in der Schräglage, bricht das Bike schnell aus. Kleiner Tipp: Das Bein in der Innenseite der Kurve immer als mögliche Stütze bereithalten.

Besonders bei Auffahrten im Schnee finden die Reifen keinen optimalen Halt. Viel Energie geht verloren. Was auf trockenem Untergrund kein Problem ist, wird hier schnell zur Tortur und die Kondition macht unerwartet schlapp. Um Kraft zu sparen, empfiehlt es sich, den Wiegetritt zu vermeiden und stattdessen den Oberkörper im Sitzen möglichst weit nach vorne zu lehnen.


Die Erfahrung macht's: Haben Sie weitere Tipps zum Biken in Eis und Schnee?
 

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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