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 Wearable-Technologien: Ein entscheidender Faktor beim Super Bowl?
Ausrüstung | 05.01.2016

Innovationen für Footballspieler

Sind Wearable-Technologien der entscheidenden Faktor beim Super Bowl?

Wearable-Technologien: Ein entscheidender Faktor beim Super Bowl?. Szene aus dem Super Bowl 2015 (Quelle: Imago/Schüler)
Die New England Patriots um Shane Vereen (vorne) setzten sich beim Super Bowl 2015 gegen die Seattle Sea Hawks durch.
Bild: Imago/Schüler
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Bald ist wieder Zeit für den Super Bowl, das mit Spannung erwartete Event, das den NFL-Champion 2016 bestimmen wird.

Als Mannschaftssport mit der höchsten jährlichen Verletzungsquote zählt American Football zu den gefährlichsten Sportarten. Spieler sind nicht selten sehr harten Kopfstößen ausgesetzt, die im schlimmsten Fall zum sogenannten Second-Impact-Syndrom führen können, einer Krankheit, die zu schweren Behinderungen und dem Tod führen kann.


Tragbare Technologien können zwar den Aufprall nicht verhindern, jedoch Kopfstöße während des Spiels erkennen, wodurch mit einer entsprechenden medizinischen Behandlung Folgeschäden vermieden werden können. Im Folgenden stellen wir eine ganze Reihe an intelligenten Produkten für Football-Spieler vor.

Ein Hautpflaster als Sensor

X Patch ist ein stoßerkennendes Hautpflaster, das hinter dem Ohr angebracht wird und im Falle eines erkannten Aufpralls drahtlos Informationen an die Betreuer an der Seitenlinie übermittelt.

Durch diese Methode zur frühzeitigen Erkennung von Gehirnerschütterungen unterstützt das System in Übereinstimmung mit bestehenden medizinischen Versorgungsstandards die Gehirngesundheit der Spieler. Es kann unabhängig von der erforderlichen Ausrüstung in jeder Sportart eingesetzt werden.

Wie hart war der Check?

Wir haben bereits von der Partnerschaft zwischen dem früheren Wtconference-Sprecher mc10 und Reebok berichtet. Gemeinsam haben die beiden Unternehmen CheckLight entwickelt, ein in eine Schutzkappe eingebauter Aufprall-Indikator für den Kopf. Das Gerät zeigt Stöße ab einem bestimmten Schwellenwert an, dient jedoch nicht zur Erkennung, Vorbeugung, Diagnose oder Behandlung von Gehirnerschütterungen.

Feiernde Patriots, die 2015 den Super Bowl gewannen (Quelle: Imago/UPI Photo)
Ob auch unsere Wearables zum Super-Bowl-Sieg verholfen haben? Die Patriots feierten schon im Stadion ausgiebig.
Bild: Imago/UPI Photo

Das System erkennt harte Kopfstöße und unterscheidet durch gelbes oder rotes Licht zwischen „mittelschwerem“ Aufprall und „schwerem“ Aufprall. Durch dieses einfache, leicht verständliche visuelle System kann in Notfallsituationen schnell reagiert werden.

Ein Mundschutz gehört zur Standardausrüstung eines jeden Football-Spielers und eignet sich deshalb besonders für den Einsatz von Sensor-Technologien.

So hat beispielsweise das Unternehmen i1 Biometrics den Vector Mouthguard entwickelt. Seine Sensoren sind im Inneren des Zahnschutzes eingebaut und messen Position und Schwere jedes Aufpralls und speichern zudem alle Informationen des Sportlers im Laufe seiner Karriere. Die Daten werden auf einen Laptop an der Seitenlinie übertragen und in einer sicheren Onlinedatenbank gespeichert.

Komplexe Software zur Spiel-Analyse

FITguard bietet eine weitere in einen Mundschutz integrierte Technologie. Dieser intelligente Mundschutz misst die Beschleunigung und erkennt Zusammenstöße. Mit grünen, blauen oder roten LED-Lichtern werden leichte, mittelschwere oder schwere Stöße angezeigt. Die Daten werden zusätzlich auf die mobile Anwendung von FITguard übermittelt, wo sie analysiert und gespeichert werden können.


Aber Sicherheit ist nicht alles: Es geht darum, das Spiel zu gewinnen. Auch dabei können Wearables behilflich sein. Viper Pod, ein GPS-System zur Speicherung von Informationen über die Spielerleistung, ist bereits bei vielen Teams im Einsatz.

Es zeichnet Daten zur Geschwindigkeit, zurückgelegten Distanz, Beschleunigung, Position und anderen Faktoren des Spielers auf. Die Daten werden in Echtzeit auf der Viper-Live-Streaming-Software angezeigt sowie für spätere Downloads gespeichert.

Catapult – die Tempo-Weste

Catapult ist ein Unternehmen, das ein in eine Weste integriertes System entwickelt hat, das Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit, Gesamtdistanz und viele andere Variablen misst.

Von dieser Art gibt es zwar viele auf dem Markt, jedoch hat Catapult seine Systeme durch Clear Sky verbessert. Durch diesen drahtlosen Positionsanzeiger können noch präzisere Daten aufgezeichnet werden.


Nicht zu vergessen ist GP Sport, die Systeme zur Leistungskontrolle entwickelt haben, die mit modernster GPS-Technik Herzfrequenz und Beschleunigung messen. Das Unternehmen erhebt Anspruch darauf, das kleinste Gerät auf dem Markt anzubieten.

Gametraka ist eine webbasierte Softwarelösung für Amateursportler. Die Daten der 5-Hz-GPS-Tracking-Technologie werden auf eine webbasierte Softwarelösung übertragen. So kann wirklich jeder von den Vorteilen der Wearable-Technologien profitieren.

Möge das beste Team am 7. Februar gewinnen!

Es wird behauptet, die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hätte mithilfe tragbarer Technologien die Weltmeisterschaft gewonnen – bleibt abzuwarten, ob das auch beim American Football möglich ist.

Christian Stammel (Quelle: Wearable Technologies)
Ein Beitrag von Christian Stammel, Autor
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