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 Die Packliste: Das muss in den Trekking-Rucksack
Outdoor | 03.12.2015

Bergsport: Vor der Reise

Tipps für Wanderungen und Packlisten für den Trekking-Rucksack

Die Packliste: Das muss in den Trekking-Rucksack. Ein Wanderer schnürt seinen Trekking-Rucksack (Quelle: AlexBrylov/iStock/Thinkstock)
Trekking-Rucksack: Lassen Sie alles Überflüssige zu Hause
Bild: AlexBrylov/iStock/Thinkstock
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Auf mehrtägigen Wanderungen und Hüttentouren entscheidet die Ausrüstung über die Sicherheit und den Komfort. Wichtige Dokumente, passende Wanderschuhe, geeignete Kleidung und eine kleine Apotheke dürfen im Trekking-Rucksack nicht fehlen. Gleichzeitig gilt es, das Gewicht möglichst gering zu halten.

Längere Touren wollen gut geplant sein. Wer kurz vor Abreise alles schnell zusammensucht und in seinen Trekking-Rucksack stopft, vergisst oft etwas. Dann ist die Regenjacke dabei, aber die Regenhose liegt noch im Schrank und schon muss sich der Wanderer mit klatschnassen Beinen zur nächsten Hütte quälen.

Auf Hüttentouren sind Kleinigkeiten wie Ohrenstöpsel unverzichtbar, die vergessene Schokolade ist zwar weniger dramatisch, aber ebenso ärgerlich. Mit den folgenden Listen stellen Sie sicher, dass Sie auch den Flachmann mit Ihrem Lieblingsschnaps für den wohlverdienten Umtrunk am Abend mitnehmen.

Checkliste: Was vor Reisebeginn wichtig ist

Für eine Hüttentour sollten Sie Ihren gültigen Alpenvereinsausweis mitnehmen. Wenn Sie noch keinen besitzen, können Sie diesen online beantragen. Mitglieder profitieren bei Hüttentouren von Preisvergünstigungen – auch im Ausland.

Ist die Anreise organisiert, sind beispielsweise die Bahntickets für die Reise zum Zielgebiet gebucht? Überprüfen Sie auch die Gültigkeit Ihres Personalausweises oder gegebenenfalls des Reisepasses. Wenn Sie einen neuen Ausweis brauchen, dauert die Bereitstellung mehrere Wochen. Eine Stirnlampe gehört zur Grundausstattung. Sind die Akkus geladen und ist die Kamera einsatzbereit?

Prüfen Sie die Notfall-Apotheke auf Vollständigkeit. Informieren Sie sich online, mit Magazinen oder im Reisebüro über Besonderheiten in der jeweiligen Region. Mit welchen Temperaturen müssen Sie rechnen, wie häufig regnet es, wie kalt kann es in den verschiedenen Höhenlagen werden?


Tipps zum richtigen Packen der Rucksäcke

Damit die Hüttentour für Ihren Rücken nicht zur Qual wird, muss der Rucksack richtig ausgewählt und gepackt sein. Das Wichtigste zuerst: Lassen Sie alles Überflüssige zu Hause! Ein trainierter Wanderer kann 20 bis 25 Prozent des Körpergewichts über einen längeren Zeitraum tragen.

Für einen 80 Kilogramm schweren Mann sind das 20 Kilogramm. Zum Vergleich: Bei der Bundeswehr geht man von 33 Prozent als maximales Gewicht aus, die Touren mit solch einem voll beladenem Rucksack und der Ausrüstung sind aber auch bekanntermaßen äußerst anstrengend.

Alles über 25 Prozent wird für die meisten Wanderer schnell zur Tortur und schadet zudem Rücken und Gelenken. Gerade unerfahrene Wanderer neigen bei ihrer ersten Tour dazu, viel zu viel Gepäck mitzunehmen.

Die Grundregeln zum richtigen Packen

Der Schwerpunkt des Trekking-Rucksacks sollte sich dicht am Körper und in Schulterhöhe befinden. Auf diese Weise liegt der Schwerpunkt des Rucksacks über dem Körperschwerpunkt und zieht seinen Träger nicht nach hinten. Beim Packen gehen Sie folgendermaßen vor:

Packen Sie den Hüttenschlafsack und andere leichte Gegenstände ins Bodenfach. Mittelschwere Dinge, wie zum Beispiel die Kleidung, gehören nach oben außen. Alles, was schwer ist, packen Sie möglichst weit nach oben in Schulterhöhe und nah an den Rücken.

Auf flachen Wegen und Wanderwegen kann der Lastschwerpunkt höher sein, in schwierigem Gelände ist dieser besser etwas tiefer und somit näher am Körperschwerpunkt. Dadurch laufen Sie zum Ausgleich zwar etwas mehr nach vorn gebeugt, kontrollieren jedoch Ihr Gleichgewicht besser.

Sämtliche Kleinigkeiten, wie Snacks und Sonnenschutzmittel, verstauen Sie einfach im Deckelfach und erreichen diese dort schnell. Die Notfall-Apotheke sollte in einer separaten Tasche verpackt sein und gehört weit nach oben. So findet diese im Notfall auch eine dritte Person, ohne lange zu wühlen.

Damit der Trekking-Rucksack so kompakt wie möglich bleibt, sollten Sie möglichst wenige Ausrüstungsgegenstände außen am Rucksack befestigen. Achten Sie auf eine gleichmäßige Gewichtsverteilung und sorgen Sie mit Packbeuteln für Ordnung. Wählen Sie wasserdichte Rucksackmodelle, so sparen Sie sich die Regenhülle.


Checkliste für weite Wanderungen über mehrere Tage

Die folgende Liste beinhaltet eine umfassende Ausrüstung für mehrtägige Wanderungen. Selbstverständlich können Ihre Bedürfnisse je nach Route leicht abweichen. Liegt ein glasklarer Bergsee auf dem Weg, darf natürlich die Badehose nicht fehlen, bei sommerlichen Temperaturen sollten Sie über Handschuhe und Mütze zweimal nachdenken.

Bekleidung

• Unterwäsche, Hemd und Socken
• Halstuch
• leichte Fleecejacke
• wasserdichte Regenjacke
• wasserdichte Regenhose
• Mütze
• Handschuhe
• Berg-/Tourenhose
• eine Badeshorts
• Wanderschuhe
• Schlappen für die Hütte
Hygieneartikel
• Zahnbürste und Zahnpasta
• Seife
• Sonnenschutz
• Lippenpflegemittel
• Seife und Haarshampoo
• Handtuch
• Toilettenpapier
• Handwaschmittel in der Tube bei längeren Touren
Persönliche Dokumente
• Personalausweis
• evtl. Reisepass
• Alpenvereinsausweis
• Scheckkarte
Notfall-Apotheke
• Persönliche Medikamente
• ein Schnellverband
• Schmerzmittel
• eine Rettungsdecke
• Rescuetropfen
• Blasenpflaster
Proviant
• Trinkflasche
• persönlich bevorzugte Lebensmittel
• Salz & Pfeffer
• Müsliriegel
• gegebenenfalls Schokolade und Energienahrung
• Schnaps (oder alkoholfreie Alternative) für den Umtrunk am Lagerfeuer
Zum Schlafen
• Hose und Langarmshirt
• Ohrenstöpsel
• Hüttenschlafsack

Weitere Ausrüstungsgegenstände

• Sonnenbrille oder Gletscherbrille
• Kompass
• Feuerzeug
• eine Signalpfeife
• Stirnlampe mit Ersatzbatterien
• Taschenmesser
• Kartenmaterial
• Smartphone und Ladegerät
• Biwacksack
• Fotoapparat
• Fernglas

Sind all diese Gegenstände im Trekking-Rucksack gut verstaut, kann die Tour losgehen. Für eine Gletschertour benötigen Sie zusätzliche Ausrüstungsgegenstände.

Zusätzliches Gepäck für eine Gletschertour

• Seil
• Klettergurt
• Steigeisen
• Zackenschutz
• Eisschrauben
• Eispickel
• Felshaken
• Abseilachter
• Klemmkeile
• Bergseil
• Reepschnüre
• Expressen
• Gamaschen
• Seilring
• Karabiner
• Helm

Zusätzliches Gepäck für Zelttouren

• Zelt mit Gestänge und Heringen
• Isomatte
• Schlafsack
• Kocher und Brennstoff oder Gaskartusche
• 1-2 Töpfe mit Deckel
• Schneidbrett
• Becher, Löffel, Messer, Gabel
• Wassersack mit mindestens vier Litern
• Wasserfilter zum Entkeimen

Wie wichtig die unterschiedlichen Gegenständen letztlich sind, hängt von der Route und dem Wetter ab. Achten Sie unbedingt auf das Gewicht des Trekking-Rucksacks und nehmen Sie nichts Überflüssiges mit. Sie werden sich bei langen Aufstiegen über jedes eingesparte Gramm freuen.

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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