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 Gesundheit im Alltag: Lieber Rad statt Auto
Gesundheit | 28.11.2015

Healthstyle: Das sagen die Experten, Teil 3

Rad statt Auto

Gesundheit im Alltag: Lieber Rad statt Auto. Johannes Kreuzer im Porträt. (Quelle: Privat)
Dr. Johannes Kreuzer entwickelt und verkauft Wearables.
Bild: Privat
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Bewegungsfreude und Gesundheit – Wir haben Experten des Health & Fitness Forums der ISPO MUNICH 2015 zum Trendthema Healthstyle befragt und präsentieren ihre Erkenntnis in einer Reihe von Interviews.

Heute: Dr. Johannes Kreuzer

Herr Kreuzer, beginnen wir das Interview mit Ihrem persönlichen Zugang zum Thema Bewegungsfreude in der Gesundheitsvorsorge.

Für mich ist Bewegung ein Bestandteil des alltäglichen Lebens. Ich nutze für mich die Bewegung zum Stressabbau, zur Förderung der allgemeinen Fitness und für mein generelles Wohlbefinden. Es gibt nichts Schöneres, als komplett „fertig“ nach einem Training nach Hause zu fahren und zu wissen, was man geleistet hat.

Die präventive Gesundheitsförderung durch Steigerung von Bewegungsfreude birgt potenziell einen großen gesellschaftlichen Nutzen – wie könnte die Politik diese Form der Gesundheitsförderung unterstützen?

Ich sehe das nicht als Aufgabe der Politik an, sondern eher als die der Krankenkassen bzw. des Einzelnen, mit Bonusprogrammen als einzigem Mittel zur Steigerung der Bewegung. Ohne Auto zur Arbeit, Treppen anstatt Fahrstuhl, Stehtische usw., das sind nur ein paar Dinge, die von Unternehmen oder Krankenkassen angestoßen werden könnten.


Wo sehen Sie in diesem Rahmen die größten Chancen für die Sportindustrie?

Die Sportindustrie erhält die große Chance, Geräte, Kleidung, Gadgets, Apps usw. einer größeren Masse anbieten zu können. Dabei muss aber auch auf die neuen Benutzergruppen eingegangen werden. Neben Sportlern sind das Personen, die aus anderen Gründen mit Bewegung anfangen und Freude daran erfahren wollen.

Was müssen und können Arbeitgeber zur sportlichen Förderung der „Gesundheit am Arbeitsplatz“ tun?

Da darf man nicht alles über einen Kamm scheren. Kein Arbeitergeber muss etwas tun, weil man die unterschiedlichen Firmenstrukturen – groß, klein, an einem Standort, viele Außendienstler – ohnehin nicht vergleichen kann.

Wenn die Geschäftsführung mit gutem Beispiel vorangeht, wird die Gesundheit am Arbeitsplatz automatisch gefördert. Dann ist es ganz natürlich, dass Duschen existieren, dass man nach dem Mittagessen mal einen Spaziergang macht, und lieber mit dem Rad kommt als mit dem Auto.

Ich sehe aber eben nicht nur die Arbeitgeber als Vorbild in der Pflicht, sondern schon viel früher die Eltern und Schulen. Nur wer als Kind gelernt hat, dass Bewegung etwas Schönes ist, kann sich später auch noch damit identifizieren.


Nutzen Sie selbst Wearables, um gesund zu bleiben?

Während der Arbeit trage ich sehr oft den von uns entwickelten C-SP 01, der Pulsfrequenz und Körpertemperatur im Ohr misst. Es ist dabei immer wieder faszinierend, wenn man seine eigenen Vitaldaten sieht und sich dann beispielsweise wundert, warum heute die Körpertemperatur höher als sonst ist – oft ein Anzeichen von einer aufkommenden Krankheit. Wenn ich dann den abendlichen Sport aufgrund dessen ausfallen lasse, kann sich mein Körper über Nacht regenerieren, während die körperliche Belastung beim Sport eher kontraproduktiv ist und es zum Ausbruch der Krankheit kommt.

Dr. Johannes Kreuzer entwickelt und vertreibt, als Mit-Gründer und Geschäftsführer der Firma Cosinuss GmbH, Wearables, mit deren Unterstützung Vitalzeichen für Sport, Gesundheitsvorsorge und Arbeitsschutz über Messungen im Ohr aufgezeichnet werden können. Freude an Bewegung erlebt Johannes Kreuzer beim Judo, Jonglieren, der Akrobatik, dem Klettern und Bergsteigen.

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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