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 Gesundheit im Alltag: "Arbeitgeber müssen offen sein für Neues"
Gesundheit | 28.11.2015

Healthstyle: Das sagen die Experten, Teil 4

"Arbeitgeber müssen offen sein für Neues"

Gesundheit im Alltag: "Arbeitgeber müssen offen sein für Neues". Christian Tröger im Porträt. (Quelle: Rauchensteiner)
Dr. Christian Tröger, ehemaliger Schwimm-Weltmeister.
Bild: Rauchensteiner
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Bewegungsfreude und Gesundheit – Wir haben Experten des Health & Fitness Forums der ISPO MUNICH 2015 zum Trendthema Healthstyle befragt und präsentieren ihre Erkenntnis in einer Reihe von Interviews.

Heute: Dr. Christian Tröger

Herr Tröger, beginnen wir das Interview mit Ihrem persönlichen Zugang zum Thema Bewegungsfreude in der Gesundheitsvorsorge.

Sport ist mein Lebenselixier und eine bewusste Investition in meine persönliche Zukunft. Aus dem Sport schöpfe ich körperliche und mentale Kraft, und ich halte meinen Körper im Gleichgewicht. Ein Leben ohne Bewegung ist für mich nicht vorstellbar.

Sport und Bewegungsfreude werden immer mehr als Mittel zur Gesundheitsvorsorge und Gesundheitserhaltung wahrgenommen. Wer profitiert primär von dieser Entwicklung: Sportindustrie, Gesundheitssektor oder Gesellschaft?

Die genannten Bereiche verfolgen mit Sport und Bewegungsfreude auf den ersten Blick höchst unterschiedliche Zielsetzungen. Am Ende des Tages greift jedoch alles ineinander. Wichtig ist daher, den Blick über den Tellerrand zu schärfen, um Synergien noch bewusster nutzen zu können. Bisweilen müssen wir dem Zufall dabei vielleicht etwas auf die Sprünge helfen.


Wie könnte die Politik diese Form der Gesundheitsförderung unterstützen?

Die Politik sollte nicht nur PR-trächtige Einmalaktionen fördern, sondern den größeren Fokus auf die nachhaltigen Maßnahmen in den Unternehmen lenken. Dabei gehört die Bestimmung des Status quo, und damit eine Sensibilisierung, ebenso dazu, wie die Entwicklung spezifischer Angebote für die verschiedenen Berufsgruppen.

Wichtig ist, dass für sämtliche Beteiligte der Nutzen greifbar wird. So darf die inhaltliche, organisatorische und finanzielle Last keinesfalls auf den schmalsten Schultern abgelegt werden. Das Ganze muss vielmehr Hand in Hand funktionieren, als Win-win verstanden werden und auch Freiräume für eigene Lösungsansätze bieten.

Was könnte am Arbeitsplatz getan werden?

Arbeitgeber müssen offen sein für Neues und die möglichen gesundheitlichen Probleme durch mangelnde Bewegung am Arbeitsplatz ernst nehmen. Dabei heißt es motivieren statt diktieren, und individuelle Lösungen dem Schema F vorziehen.“

Nach Ihren Erfahrungen auf der ISPO 2015: Wie weit ist das Thema Healthstyle schon im Sportbereich angekommen?

Der Begriff „Healthstyle“ stößt bei den allermeisten Menschen in der Sportindustrie wohl auf positive Zustimmung. So bedeutet das Thema zweifelsohne eine Aufwertung der Branche sowie die Chance auf Erschließung neuer Zielgruppen bzw. Märkte.


Tatsächlich angekommen ist bzw. flächendeckend gelebt wird das Ganze meines Erachtens aber noch lange nicht. Zu wenig ausgeprägt scheint mir bislang die Bereitschaft Zeit und Geld zu investieren, um die „andere“ Seite richtig zu verstehen und spezifische Angebote zu entwickeln. Die Gründe hierfür dürften jedoch höchst unterschiedlicher Natur sein.

Dr. Christian Tröger ist gelernter Diplom-Kaufmann und ist als Inhaber der Firma Tröger Markenstrategie branchenübergreifend als Berater im Werbe-, Sport- und Industriebereich tätig. Als ehemaliger Schwimmprofi (Weltmeister und 3-facher Olympia-Medaillengewinner) tritt Christinan Tröger heute als Experte und Co-Kommentator im deutschen Fernsehen in Erscheinung und ist Vizepräsident der Deutschen Olympischen Gesellschaft.

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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